September – Altweibersommer – Erntezeit – Nachlesezeit  

Fangen wir mit etwas vergleichsweise Harmlosen an:

 

Lasst ihn doch endlich in Ruhe!

Den armen Chorherren auf der Festenburg, den Ottokar Kernstock!

Was wird da gejammert und gejeiert, was werden Pläne gewälzt, was alles umbenannt werden sollte. Die Kernstockstraßen, - die Kernstockgassen, das Kernstockhaus auf dem Rennfeld und so weiter. Die Bilderstürmer sind anscheinend unterwegs!

Der Kernstock war natürlich ein deutschnationaler Dichter, aber allein schon aufgrund seiner Lebensdaten konnte er gar nie ein Nazi sein! Er starb nämlich bereits 1928 auf der Festenburg in der Oststeiermark! Selbstverständlich hat er blöde Verse geschrieben, hat er Hetzartikel verfasst, alles in der Zeit, als der Nationalismus ausbrach! Seine chauvinistische-blutrünstige Kriegslyrik, mein Gott, wer wird das heute noch lesen wollen? Lachen wir darüber! Immerhin gab es Bestrebungen ihn 1916 an Lehrer Pädagogik als Dozent für Poetik, Rhetorik und  Stilistik zu berufen, der Karl Kraus zerriss ihn und sein Schaffen in der “Fackel“. Es wird schon seinen Grund gehabt haben, warum ihn sein Orden in den hintersten Graben der Oststeiermark steckt und ihn dort beließ. Lassen wir ihn  auch ruhen, und die paar Straßennamen werden keine Assoziationen zur NS Zeit hervorrufen!

Denn dann müsste man schon auch andere Umbenennungen vornehmen! Dann dürften wir keinen Zweigelt mehr trinken, denn der Friedrich Zweigelt, der Direktor der Landesobst- und Weinbauschule war nicht nur überzeugter Nazi, illegales Mitglied der NDSDAP seit 1933 und hat zeitlebens davon profitiert. 1975 wurde dann der Name Zweigelt für den beliebten Rotwein in Österreich allgemein gültig ausgewählt. Also, wer Kernstock weghaben will, darf auch keinen Zweigelt mehr trinken!

Aber das geht ja noch weiter! Dann müssten wir auch unser Alpenstadion wieder zurück benennen, der liebenswerte gute Franz Fekete, oder Heinrich Scheibengraf dürfte auch keine Straße benennen. Denn, zum Unterschied vom Kernstock, der allein schon  auf Grund seiner Lebensdaten nie bei der NSDAP oder gar SS gewesen sein konnte, aber nein lassen wir da die aufrechten Antifaschisten werden sich schon was gedacht haben, bei der Namensgebung.

Also, lassen wir den Kernstock in Ruhe, trinken gemütlich ein Glas Zweigelt, gehen am Wochenende zu einem Fußballmatch ins Franz Fekete Stadion und fahren durch die Heinrich Scheibengraf Straße hinaus auf die Wienerstraße. Wir wollen ja keine Bilderstürmer sein!

 

Der nächste Punkt ist schon weitaus ärgerlicher:

Wo ist die Europastadt Kapfenberg denn hingekommen?

Bei den Ortseinfahrten standen jahrzehntelang die stolzen Hinweise „Kapfenberg Europastadt“, es gibt einen Europaplatz, einen Euromarkt, ein Einkaufscentrum Europaplatz, eine Europa-Apotheke, einen Euro-Spar, ein European street food festival, und Eurocity Railjets bleiben auch stehen. Irgendwo im Hinterhof der Stadtgemeinde sogar die Europafahne. Gibt es im Gemeinderat einen Europa-Beauftragten? Im Zuständigkeitsregister auf der Homepage ist von A wie Abfallbeauftragter bis Z wie Zivilschutzbeauftragter alles enthalten, unter E sucht man Europa vergeblich.

Es gibt die Städtefreundschaft mit Frechen, die auch schon sehr reduziert und schaumgebremst ist, zumindest seit dem Zeitpunkt, da in Frechen es im dortigen Gemeinderat keine SPD-Mehrheit mehr gibt (sollen sich die Kapfenberger Roten mit den Frechener Schwarzen treffen und Meinungen austauschen? – Wo kommen wir da hin!). Die Homepage der Stadt Kapfenberg enthält keinen Hinweis auf die „Europastadt“ wurde diese heimlich still und leise geopfert? Womöglich im vorauseilenden Gehorsam um den zu erwartenden Rechtsruck bei der nächsten GR-Wahl bereits Rechnung zu tragen? Es ist ja bekannt, dass die Blauen mit Europa nix am Hut haben.

Gibt es keine aktuellen Städtevereinigungen um den Europagedanken weiterzutragen? Wäre es nicht an der Zeit, die momentan – nicht nur in Österreich – so richtig Europamüde aussieht, über Europa mehr nachzudenken, mehr daraus zu machen? Nicht nur immer daran denken, was „Brüssel alles verordnet“, und dabei zu vergessen, dass alles was aus Brüssel kommt, von den Nationalstaaten mitbeschlossen wurde.

Es schaut traurig aus mit Europa in Kapfenberg!

Ach ja, den gibt es noch! Der Europa-Literaturkreis Kapfenberg hält die Europafahne hoch! Wenigstens jemand der das Europa nicht nur im Namen vor sich herträgt, sondern mit seinen Mitgliedern auch lebt! Immerhin sind von den mehr als 90 Mitgliedern des Europa Literaturkreises Kapfenberg 20 Europäer (und 2 „Überseeische“) Der Austausch der Mitglieder untereinander ist in jedem Jahr beachtlich. So sind die Kapfenberger Literaten immer wieder zu Lesungen und Veranstaltungen in Deutschland, Italien, Polen, Frankreich unterwegs, anderseits kommen die Kollegen aus diesen Ländern zu uns zu den Biennalen, den Literaturworkshops und tragen so einen schönen Anteil zu den Nächtigungszahlen bei. Die jährlichen Präsentationen des „Reibeisen“ bringen weiters immer wieder Autorinnen und Autoren in die Stadt. Seit vielen Jahren ist es ein fixer Bestandteil jedes „Reibeisens“ die Literatur nicht nur der Nachbarländer sondern darüber hinaus aus Europa vorzustellen. Literatur aus Bulgarien, Polen, Russland, Frankreich in den letzten Ausgaben, aber bereits früher wurden die „Nachbarländer“ vorgestellt – nicht nur literarisch, sondern auch in ihrer Geschichte, Wirtschaft, Politik. Wenn Europa in Kapfenberg irgendwo noch lebendig ist, dann im Europa Literaturkreis, dem auch insofern Rechnung getragen wurde, dass seit einigen Jahren eine zusätzliche  „Deutsche Redaktion“ für das Reibeisen gegründet wurde.

Wenn Kapfenberg also keine Europastadt mehr sein will, der Literaturkreis bleibt der Idee Europa treu!

 

Und zum Abschluss, sozusagen, zum Drüberstreuen:

Mazedonien, Nord-Mazedonien, Frühere Jugoslawische Republik Mazedonien ...

Namensstreit und kein Ende! Man ist geneigt als Mitteleuropäer, EU-Mitglied darüber den Kopf zu schütteln, „ja haben die keine anderen Sorgen?“

Natürlich haben sie diese, und wir hauptamtliche Mitteleuropäer werden nicht müde darauf hinzuweisen, was „diese dort unten“ an anderen Sorgen haben. Mit voller Überzeugung sprechen wir davon, dass in der Justiz, mit der Pressefreiheit, der Korruption und was weiß ich noch alles aufgeräumt gehörte, so als ob wir das alles schon erledigt hätten und selber keinen Bedarf in diesen Schwerpunkten hätten! Ja schön wär es, aber es ist ja so leicht, anderen zu sagen, was man selber gar nie in Angriff nehmen würde!

Aber zurück zum Namensstreit. Ich gebe schon zu, es kann so etwas sehr heikel werden, Ich denke daran, wie vor 80 Jahren die Ostmark ausgerufen wurde und Österreich von der Landkarte verschwand. Hat jemand ein Bedürfnis in einer Ostmark zu leben? Ich jedenfalls nicht. Ich könnte mir auch keinen Namen wie z. B. Süd-Deutschland oder Klein-Deutschland oder umgekehrt für den großen Nachbarn die Bezeichnung Groß-Österreich oder Nord-Österreich vorstellen. Es hat schon was mit den Namen für Länder!

Also, wenn sich die Staatsmänner auf einen Kompromiss einigen, sollte man annehmen, jetzt geht es! Aber anscheinend doch nicht!

Wobei das mit den Kompromissen sowieso eine Sache ist. Ich denke nur an die lächerliche Auseinandersetzung um die Grenze zwischen Slowenien und Kroatien in der Bucht von Piran! Ich hin oft in Piran und kann schauen soviel ich will, den berühmten Grenzstrich (wir erinnern uns in den Atlanten waren Grenzen meist als Strich-Punkt-Linie angegeben) habe ich noch nie im Wasser der Bucht gesehen! Da könnte man wirklich sagen, ja haben die sonst keine Sorgen?

Und als mir vor kurzem jemand sagte, er fahre nicht mehr nach Kroatien, weil nirgends auf der Welt so viele nicht verurteilte Mörder herumlaufen, so muss ich ihm beipflichten, vielleicht noch erweitern auf alle jugoslawischen Nachfolgestaaten!

Da meine ich, das ist das größte Problem der Menschen mit dem Zusammenleben. Womöglich, der Nachbar weiß vom anderen Nachbarn und hütet sich, denn die Kalaschnikov ist immer noch vorhanden - und sie wird im ehemaligen Autowerk Zastava – ja das war der „Jugo Fiat“ - noch immer hergestellt und mit Erfolg in alle Krisengebiete der Welt geliefert – ein Exportschlager sondergleichen!

Möchte jemand den Ländern „dort unten“ Ratschläge bezüglich Namensstreitereien geben? Ich weiß nicht, ob nicht ...

Nein auch keine anderen Ratschläge (warum stecken in diesem blöden Wort so unverhohlen die Schläge drinnen???), es steht uns nicht zu!

Hoffen wir auf die Vernunft, die immer noch von der Macht der Wirtschaft ausgeht, ohne den Zwang und dem Druck der Ökonomen würden wir heute noch immer keine Europäische Union haben! Auf die Kultur und die Kulturschaffenden darf man sich bei solchen Vorhaben nicht verlassen, das geht nur über den Druck der Börsen, des Kapitals – alle die das nicht wahrhaben wollen, sollen sich die Entstehung der EU anschauen! Und wenn die Menschen in Mazedonien, Nord-Mazedonien, der Früheren Jugoslawischen Republik Mazedonien draufkommen, welche Lebensstandard-Entwicklungen in einer EU möglich sind, dann wird die Namensgebung bald jene untergeordnete Rolle spielen, die ihr eigentlich zusteht!

Bis Ende Oktober, verehrte Leser verbleibe ich und sammle inzwischen all das auf, was mich ärgert!

Euer Hans Bäck

 


 

Na, er ist doch zu Ende gegangen,

der heißteste August, seit es Wetteraufzeichnungen gibt (angeblich).

Gut, man kann sich nun wieder anderen Aufgaben widmen, muss nicht ständig in aller Früh nachdenken, welche Blumen, Pflanzen, Gärten usw. wieder zu begießen wären, das erledigt der September für uns – hoffentlich nicht zu intensiv, denn bekanntlich, all zu viel Wasser wollen wir auch nicht. Da sollen sich die Wettermacher auskennen!

Der Literaturherbst hat begonnen, die ersten Neuerscheinungen der Vielschreiber sind am Markt. Und wie immer, wenn einer der Großschriftsteller seinen neuen Jahresroman herausbringt, überschlagen sich die Kritiker vor Freude. Auch klar, den ganzen Sommer über hatten sie kaum etwas zu berichten, nun endlich gibt es wieder neue Bücher. Eigentlich ein mörderischer Job, so im Literaturbetrieb drinnen stehen:

Du musst Jahr für Jahr ein neues Buch herausbringen, sonst heißt es bald „Schreibhemmung?“ und wie wir aus der Wirtschaft wissen, Nichterfüllte Lieferaufträge sind tödlich! Also was bleibt den Damen und Herren übrig als schreiben, schreiben und nochmals zu schreiben. Auch wenn das so Geschriebene, aber nein, das überlassen wir den hauptamtlichen Kritikern.

Es wird wohl wieder so sein, dass ich von einigen Verlagen Neuerscheinungen zugesandt bekomme und um eine Rezension gebeten werde. Da habe ich mir so meine Verhaltensweisen angewöhnt. Wenn ein Buch gut ist, freut es mich und ich schreibe gerne meine positive Beurteilung. Der Verlag freut sich, und gibt die Rezension an den Autor weiter (der sich dann auch freut) und vielleicht werden aufgrund dieser Besprechung einige Bücher mehr verkauft.

Und wenn ein Buch nicht gut ist? Lange habe ich es so gehalten, Verrisse auch als solche zu schreiben, inzwischen denke ich, dass dies gegenüber den Autoren unfair ist, denn sie können sich ja nicht wehren. Inzwischen schicke ich negative Beurteilungen nur mehr an den Verlag, eventuell mit dem Bemerken: „Was ist euch da passiert. Wie konnte so ein Schmarrn durchgehen.“ Und siehe da, einige der so angesprochenen Verlage nehmen das zur Kenntnis und es beginnt sogar eine Korrespondenz zwischen Verlag und mir und fallweise auch dem Autor/der Autorin. Das finde ich schön.

Ich werde daher nie verraten, welche Bücher ich nicht als Lektüre empfehle, da in der Rubrik „Lesetipps“ des Europa-Literaturkreis ausdrücklich Leseempfehlungen ausgesprochen werden (www.europa-literaturkreis.net/lesetipps/von Hans Bäck). Auch der Reinhard Mermi übernimmt meine Rezensionen in seinen Blog. Es gibt also genug Möglichkeiten, sich über neue Bücher zu informieren.

Ich überlege immer wieder, auch solche Bücher zu besprechen, die ich mir selber aussuche, wo ich nicht auf Verlagszusendungen warten muss. Es kommt hin und wider vor, dass ich z. B. im Spektrum der „Presse“ an einem Samstag ein Buch besprochen vorfinde, dessen Beurteilung mich veranlasst, es sofort zu bestellen. Bei dieser Gelegenheit sei mir eine kleine Abweichung erlaubt: Jahrelang kaufte ich meine Bücher bei der einzigen selbstständigen Buchhandlung im Bezirk (denn in der drittgrößten Stadt der Steiermark ist es angeblich nicht möglich eine Buchhandlung zu führen), in Aflenz (für alle Nichtsteirer: ein Marktflecken mit nicht einmal 2500 Einwohnern). Nun ist die geliebte und verehrte Rosina Mayr in Pension, aber sie hat eine Nachfolgerin gefunden, Barbara Freidinger führt nun das „Büchereck“ in Aflenz. Es ist nicht immer alles lagernd, aber bevor ich bei Amazon bestelle, warte ich gerne einige Tage, bis mein Buch da ist. Aber das war eine kleine Abweichung vom „Pfad“, ich bin schon wieder dort, wo ich sein wollte.

Also, Buchempfehlungen aus der „Presse“ (oder dem ORF, anderen Zeitungen). Meist sind die brauchbar und halten das, was sie versprechen, es kommt aber auch vor, dass ich aufgrund der Besprechung ein Buch bestelle und dann: Na ja was ist da passiert, wie konnte das durchgehen? Sind das die Geheimnisse des Literarturbetriebes? Anscheinend. Es ist oft nicht nachvollziehbar, welche Überlegungen in den Verlagen angestellt werden, um dieses oder jenes Buch zu forcieren, diesen Autor hochzujubeln und einen anderen gar nicht erst ins Programm aufzunehmen. Einem Kollegen aus meinem früheren Verlag passierte es einmal, dass ihm in einem renommierten deutschen Verlag mitgeteilt wurde, dass sein Werk durchaus in Ordnung sei, aber aufgrund seines Alters in „seine Entwicklung“ nicht investiert würde.

Wer weiß, wie viele wunderbare Bücher uns auf diese Art entgehen und mit wie viel Schmarrn wir zu den Bücherjahreszeiten Herbst und Frühjahr zugeschaufelt werden. Das sind so die Geheimnisse des Literaturbetriebes. Business as usual!

 

Eine separate persönliche Mitteilung habe ich noch: Zwar schon in einem Newsletter mitgeteilt, ich habe mein neues Manuskript abgeschlossen, es ist nun beim Lektorat, bevor ich es den unergründlichen Wirren des Literaturbetriebes (Verlagssuche) aussetze. Ich bin aber zuversichtlich!

Wenn das Lektorat abgeschlossen ist, werde ich gerne im Rahmen dieser Monatskolumne darauf zurückkommen und eine Inhaltsangabe ins Netz stellen.

 

Noch eine Bemerkung zum Abschluss: Ich schreibe immer noch vom vergangenen August: Da hatte ich die Möglichkeit Polen zu besuchen, und bin neuerlich (nach meiner ersten Begegnung vor drei Jahren) von diesem Land begeistert! Die wunderbaren alten Städte, die wieder so aufgebaut wurden, wie sie vor der Zerstörung durch die deutsche Wehrmacht und/oder die Rote Armee waren, die unglaubliche Sauberkeit der historischen Innenstädte, die Freundlichkeit der Menschen, alles wunderbar. In Danzig bekam ich von der offiziell von uns „eingekauften“ Stadtführerin alle gewünschten Informationen um auf den Spuren von Günther Grass, seinem Oskar Mazerath zu wandern. Ich bleibe dabei: Polen ist nicht nur eine Reise wert, es ist ein Land, das man ins Herz schließen soll!

 

Mit besten Grüßen bis zur Rückschau auf den September

Euer Hans Bäck

 


 

Verspätungen – nicht nur bei den Ferienflügen!

Es hat gedauert, ich gebe zu, aber niemand hat sich beschwert, dass meine „Raunzereien“ schon länger nicht aktualisiert wurden.

Aber da war einiges, das vordringlich war, keinen Aufschub duldete usw. Ausreden gibt es immer und an die ca. 3521 davon sind durchaus plausibel.

Also: Ich wollte absitzen lassen und über die heurigen Tage der Deutschsprachigen Literatur – kurz und bekannt als Bachmannpreis Lesungen nachdenken und nachschreiben.

Gut denn. Sie haben wieder stattgefunden. Die Tage der Deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt.

Was sich Jahr für Jahr wiederholt und in den Beilagentexten der/des Veranstalters immer wieder aufscheint, ist die endlose Klage über die hinterwäldlerische, extrem rechtslastige Situation in Kärnten. Stimmt schon, ist auch so, aber es wird langweilig, jedes Jahr aufs Neue die Klagelieder der ansässigen, zugewanderten und vor allem der zugereisten Dichter, Schreiber, Autoren, Journalisten usw. zu lesen. Lasst euch einmal was anderes einfallen! Die Argumente sind schon längst abgedroschen und Kärnten ist noch immer Kärnten! Leider, aber so ist es.

Weiter, weil ich schon von langweilig schreibe:

Es war heuer langweilig, die jeweiligen Texte zu verfolgen.

Kein Pfeffer, keine Aufreger, keine herausragenden Texte, wo man als Leser und/oder Zuhörer bei den 3SAT Übertragungen aufspringt und „Hurra“ oder „Super“ oder sonst eine Begeisterungsäußerung von sich gibt. Also wirklich, so langweilig war es schon lange nicht mehr, wenn nicht gar: so arg war es noch nie. Ein Pornotext einer Zahnärztin – nein, auch kein Aufreger. Langweilig, allein schon durch die ständigen Wiederholungen des Geschehens, der eingesetzten Körperteile. Nein, ein schwacher Porno und von Literatur keine Spur. Es muss was dran sein, wenn so ein Text von einem Juror/einer Jurorin ausgewählt und die Autorin eingeladen wird. Will man bzw. frau damit unter Beweis stellen, dass man besonders progressiv sei? Auch dieser Versuch ist misslungen, liebe Nora Gomringer und wenn die Fr. Dr. med. Corinna T. Sievers zu Hause geblieben wäre – es wäre sicher keine Lücke im Programm gewesen. Doch das gilt für eine Reihe anderer auch, also, lassen wir die Dame in Ruhe. Sie hat eh nix g’rissen wie man auf gut wienerisch sagen müsste.

Autoren, Texte und die Juroren – schade um manche Sendezeit und auch schade um das doch ansehnliche Preisgeld von insgesamt mehr als € 60 000!

Man sollte wirklich einmal den Mut haben und seitens der Jury oder der Veranstalter sagen „Sorry, diesmal gibt es keinen Bachmannpreis, die anderen Preise werden wie immer vergeben, nur 25 000,- Euro ist keiner der Texte wert.“

Sicher die Jury wird das nicht sagen, denn die Juroren haben ja die Autoren eingeladen/vorgeschlagen, aber das zeigt doch auch, wie wenig Interesse an wirklich guter Literatur, an spannenden neuen Texten bei den Juroren besteht. “Man“ bleibt halt gerne bei dem was man kennt und erspart sich die Mühe des Auswählens.

Schade, aber der Bachmannpreis hat schon einige solcher Perioden überstanden und lebt trotzdem weiter.

2019 wird es die 42. Tage der deutschsprachigen Literatur geben. Ich hoffe auf spannende neue Texte und vielleicht eine ordentliche und umfangreiche Erneuerung der Jury – im Sinne der Literatur wäre das nur gut und notwendig!

Was würde ich von einer Jury in Klagenfurt erwarten?

Kein mühevolles Zusammenfassen der Handlung eines Textes, kein gewaltsames Erläutern was der Autor/die Autorin gemeint haben könnte.

Nach jeder Lesung sollte der vorschlagende Juror zuerst einmal begründen, wie er/sie zu diesem Text kam, warum gerade der ausgewählt wurde, was nach der Meinung des Jurors den Ausschlag gab, diesen Autor einzuladen.

Danach kann und soll die Jury diskutieren, über dien Argumente des Jurykollegen und dann in weiterer Folge über den Text. Da könnte ich mir vorstellen, dass es wieder spannend und gegensätzlich wird.

Einen Versuch wäre das wert!

 

Eine weitere Ursache meiner Verspätung war ganz einfach: Literatur.

Ich habe

  1. an einem Workshop des Literaturkollegiums Brandenburg teilgenommen. Wunderschön, weit im Osten, in der Nähe von Frankfurt/Oder einsam aber anregend zum Arbeiten. Und ja es ging was weiter, so dass ich
  2. endlich mein Manuskript fertigstellen konnte. Es hat mich schon lange „gezwickt“ und geplagt, aber nun ist es soweit fertig, dass ich meine bewährten Testleserinnen und Testleser damit beschäftigen kann. Ich bin schon neugierig auf die Rückmeldungen, denn dann geht es an das Finish! Und das wird auch nochmals spannend.
  3. Gab es noch eine „Postarbeit“. Meine liebe geschätzte Co-Autorin und Kabarettpartnerin Andrea Lammer hat ihre Drohung wahr gemacht und zu unserer Broschüre „Miteinander, nebeneinander, durcheinander“ eine Fortsetzung begonnen und fertig gestellt. Was blieb mir übrig, als mich hinzusetzen und meinen Senf dazuzugeben. Denn sonst würde ja was fehlen – oder? Ich kann alle Freunde nur vorwarnen: „Frau agiert, Mann reagiert“ ist im Anrollen. Buch und Programm folgen im Herbst. Wir werden rechtzeitig darauf hinweisen. Die Texte haben wieder Pfeffer und Salz, wie man so schön sagt!

Das waren einige meiner insgesamt 3521 Gründe, warum es zu keiner Nachlese, keinen Raunzereien und Ähnlichem gekommen ist.

Danke dafür, wenn Ihr das nun lest, danke an Reinhard Mermi, der dies wie immer in seinen Blog aufnimmt und auch an Sepp Grassmugg, der dies auch in der HP des Europa-Literaturkreises veröffentlicht.

Eine weitere Äußerung von mir folgt noch, doch die hat ein ganz anderes Thema und befasst sich mit weitaus Wichtigerem. In Kürze dazu mehr!

Für heute danke ich allen Lesern und wünsche einen schönen Sommer, voll mit guten Büchern, denn wenn nicht im Sommer, wann soll man sonst lesen?

Hans Bäck

 


 

Asylantrag wurde angenommen!

Nach dem Ende der FDA Mitgliedschaft in Hamburg/Schleswig-Holstein hatten Ruth Barg und ich einen Wechsel nach NRW angestrebt, bei der Mitgliederversammlung am 28. Februar (so heißt dort die Jahreshauptversammlung) wurde unser Asylantrag einstimmig angenommen und wir sind nun Mitglieder des Freien Deutschen Autorenverbandes im Landesverband NRW. So durften wir schon der Versammlung bei wohnen und konnten die rheinische Freundlichkeit und Gastfreundschaft in vollen  Zügen genießen.

In Abwandlung eines Satzes von Heimito von Doderer in seinem Roman „Die Dämonen“ (das ist zugleich eine dringende Leseempfehlung!) ist die Strecke zwischen Kapfenberg und Düsseldorf (und umgekehrt) so, dass man am Ziel keinesfalls unbesoffen ankommen kann. Gut, der Speisewagen der DB macht dies durchaus möglich und erstrebenswert.

Also, ein Eintreffen in Düsseldorf (für mich nach mehr als 30 Jahren wieder einmal) und schon am Bahnhof wurden wir von der bezaubernden zweiten Vorsitzenden in Empfang genommen. Wenn das keine Begrüßung ist! Ein erster Abend in Düsseldorf, unter fachkundiger Anleitung/Führung/Begleitung von Maria und Erwin Stalder. Vorbei an verlockenden Wirtshaustüren, vorbei an leuchtenden Restaurantschildern, es ging geradewegs in Richtung Kö.  Na klar, diese  Straße muss gesehen, muss begangen werden. Quer durch, an allem vorbei an allem vorüber, mit dezenten Hinweisen, da und dort sei die Altstadt, vorbei an Merkwürdigkeiten, wie dem Schneider Wibbel (der vom Fenster aus seinem eigenen Begräbnis zusehen konnte und dabei feststellte: „Nä, watt bin ich für ’ne schöne Leich“.), dem Reitstandbild des Jan Wellem vor dem Rathaus, natürlich der Hinwies auf die historischen Gaslaternen der Stadt durfte nicht fehlen (sie sind ja tatsächlich etwas Einzigartiges), die Tritonen am Ende des Stadtgrabens an der Kö, die Rheinpromenade am Abend, ja, eine Stadt am Wasser und mit Wasser, die hat eine eigene Aura. Aber unsere Führer hatten Mitleid mit uns und so endete der Abend wie er enden musste: im Brauhaus Schumacher. Altbier in Strömen (dass Ruth soviel Bier verträgt, musste ich erst in Düsseldorf erleben!) ein hervorragendes Abendessen und ein Ausklang in der Hotelbar unserer Unterkunft (zum Glück gab es dort auch ausreichend Altbier)

 

Unsere fachkundigen Führer durch Düsseldorf:

Maria und Erwin Stalder beim Abendessen im Schumacher

(Wirsingrolladen und Altbierbraten gab es!)

 

Wenn zwei Literaturvereine (FDA NRW und ELKK) solche 2. Vorsitzende haben, dann kann doch nix schiefgehen!

Die Gläser sind schon wieder halbleer!

Samstag, 11h Treffen mit einem langjährigen Reibeisen-Autor: Michael Arenz aus Bochum. Seit vielen Jahren beglückt er uns immer wieder mit seinen Texten für unsere Hefte, diesmal konnten wir einander endlich persönlich kennenlernen. Es waren zwei wunderbare Stunden bei Gesprächen über Literatur. Selten genug ist es, dass ich solch einen kongenialen Partner für Gedanken zur und über Literatur fand! Dier Zeit verflog, Koll. Arenz musste zurück nach Bochum, wir mussten ins Gerhart Hauptmann Haus in der Bismarckstraße zur Tagung des FDA-NRW. Wie schon eingangs erwähnt, die Aufnahmen war herzlich, wir durften den ELKK und das Reibeisen vorstellen (und Werbung für Beiträge machen), konnten Fragen zur Arbeit u in Kapfenberg beantworten und dann eben an der Mitgliederversammlung teilnehmen. Mit etwa 80 Mitgliedern ist der Landesverband NRW gleich stark wie der ELKK. In den Gesprächen bahnte sich eine enge Zusammenarbeit der beiden Literaturvereine an, wir wollen hoffen, dass es dann auch tatsächlich dazu kommt. Im LV NRW sitzen einige sehr interessante Autoren, wir sind ja nun als Mitglieder im Verteiler der Nachrichten des LV aufgenommen und können dadurch auch direkt am Leben der Literatur in NRW teilhaben. Informationen des 1. Vorsitzenden über die Arbeit im abgelaufenen Jahr, die bevorstehende Buchmesse in Leipzig und die Arbeit im Bundesvorstand sowie der „unvermeidliche“ Kassenbericht rundeten den ersten Teil ab. Nach der Pause wurden die neuen Mitglieder eingeladen Textbeispiele vorzutragen. Ruth brachte ausnahmsweise einmal keine Lyrik, sondern einen Prosatext („Auch unter dem Pflaster ist Erde“), während ich den Text aus der neuen Broschüre „Miteinander, nebeneinander, durcheinander“ brachte, der sich mit den „Verboten“ für Schriftsteller beschäftigte. Spannende, abwechslungsreiche Diskussionen mit den Kolleginnen und Kollegen beendeten eine interessante JHV.

In der Bildmitte der 1. Vorsitzende des LV NRW, links am Bildrand, die Ehrenvorsitzende Marianne Kuhlmann, eine begnadete Lyrikerin!

 

 

 

 

Die Wappen der ehemaligen

ostpreußischen Städte mit den

Jahreszahlen der Gründung

halten in diesem Raum die

Erinnerung eine, für viele

ehemalige, Heimat fest.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Schön langsam trudeln die

Mitglieder des Landesverbandes

ein und die Reihen füllen sich.

 

 

 

 

 

 

 

  

 

 

 

 

Und welchen Text soll ich nehmen und vorstellen?

 

 

 

 

 

 

Aber, eine JHV ohne neuerlichen Besuch in der Altstadt? Immerhin, sei diese die längste Theke Europas wurde uns glaubhaft versichert und vorgeführt. Natürlich, Samstag Abend, könnte man einwenden, alles ist unterwegs. Im Fischhaus – eine riesige Halle mit den Ausmaßen einer Bahnhofshalle bekam ich meine seit Jahrzehnten vermissten Muscheln auf rheinische Art. Herz, was willst du mehr? Na ja einen Abschluss beim Uehrigen – auch so ein Brauhaus mit herrlichem Altbier. Rheinische Geselligkeit wurde uns durch den Tischnachbarn unter Beweis gestellt, einfach ein herzlicher Abend!

Eine Rückreise nach einer sehr kurzen Nacht mit dem ICE 1027 direkt nach Wien, der führte uns plangemäß über Köln, Bonn, das Rheintal, Koblenz, Bingen, St. Goar, vorbei an der Lorelei – zwar waren die Weinberge noch braun, aber der Zug bot uns die Möglichkeit im gemächlichen Tempo die vielbesungenen Schönheitern des Tales zu genießen.

Natürlich, fast 13 Std. Bahnfahrt, sind schon eine ordentliche Zeit, aber in Zeiten des wachsenden ökologischen Bewusstseins, ist es eine durchaus annehmbare Alternative zum Flugzeug. Wenn wir bei diesem Verkehrsmittel die Nebenzeiten dazurechnen, wird die Zeitersparnis der einen Flugzeit auch wieder relativiert.

Und wenn der LV für den Herbst 2017 eine Lesung u. a. in Essen plant, werde ich nach Möglichkeit gerne wieder dabei sein!

 

Hans Bäck, mit Ruth Barg in Begleitung!

 


 

Dzieciństwo w Polsce – Dzieciństwo w Niemczech.

Proza i Poezja

Kindheit in Deutschland – Kindheit in Polen.

Prosa und Gedichte

 

Liebe Freunde, Kollegen und Literaturinteressierte.

Ja, das war es. Drei Lesungen, drei unterschiedliche Städte, wechselnde Autorinnen und Autoren, aber immer ein interessiertes Publikum. Und immer „unendlich“ lange Lesungen. Polen ist als „literaturverrücktes Land“ bekannt, noch während der kommunistischen Zeit war es üblich, dass Gedichtbände mit einer Startauflage von 15000 Exemplaren erschienen sind (und die wurden auch gekauft), aber auch in Berlin und Potsdam haben die Besucher/Zuhörer ausgehalten. Eine Lesung über fast drei Stunden ist eigentlich – nach gängiger Ansicht –nicht zuzumuten. Doch, doch, es klappte, auch wenn während der Pause auch einmal Einer (Eine) verschwand, blieben die Reihen doch gefüllt. Die Diskussion nach jeder Lesung zeigte das Interesse der Menschen. Das Interesse an der Literatur, aber auch an den Autoren und deren Erzählungen. Auch der österreichische „Exote“ und sein Beitrag wurden hinterfragt und behandelt. Die Lesungen gehen ja noch weiter, bis zum 5. Dezember wird noch an 12 Stationen gelesen und diskutiert. Es zeigte sich, dass die Kindheit, egal ob die Nachkriegs-, Aufbaukindheit oder jene der „ruhigeren“ Jahre, das Interesse weckte und zur Stellungnahme herausforderte. Nicht nur einmal wurde mir von anwesenden Damen gesagt, „ja so ähnlich haben wir und unsere Mütter diese Zeit erlebt“ Dabei ging es der Veranstaltungsreihe nicht um Chronik (ein wenig schon auch), sondern darum, bestehende Grenzen abzubauen. Es gab diese Grenzen zwischen Polen und Deutschland, es gibt sie teilweise noch immer, jahrhundertelang ist man sich gegenseitig nichts schuldig geblieben, hat Schuld angehäuft und vergessen diese abzutragen. Nun, ein kleiner aber wesentlicher Beitrag ist damit geschehen. Der ehemalige Kultusminister von Brandenburg Dr. Enderlein wies in Berlin und Potsdam darauf hin, dass es an der deutschen Seite liege, mit dem Abtragen des Schuldberges fortzufahren und sich nicht darauf zu verlassen, es seien nun andere, neue Generationen tätig. Als Lücke empfand ich es, dass gerade von der polnischen Seite meine Generation überhaupt nicht vertreten war, ist das womöglich eine Grenze, die noch besteht???

Kommen wir zum literarischen Teil. Natürlich, es lässt sich nicht über einen Kamm scheren, dazu sind die Stilarten, die literarischen Formen, die behandelten Themen zu unterschiedlich. Aber der Herausgeber Heinrich von der Haar hat es tatsächlich geschafft, ein hohes Niveau aller Beiträge sicherzustellen. Auch wenn es sich manchmal um Texte handelt, die durchaus dem Experiment zuzuordnen wären, die impressionistisch angehaucht, Lyrik und erzählende Prosa, berührende Lyrik zu Auschwitz, erhebende, beruhigende Kindheitserinnerungen – alles hatte wohlgeordnet Platz bei den Lesungen und in der Anthologie. Um der noch immer vorhandenen negativen Polung und der weitgehenden Sprachlosigkeit über die Grenzen hinweg zu begegnen, wie der Herausgeber betonte. Sagen wir es einmal sehr beckmesserisch: Wenn auch bei den Texten kein einziger DAS alles überragende Meisterwerk ist, so ist die Gesamtanthologie durchaus ein solches!

Was bleibt? Eine Fülle von Freundschaften, Kontakte mit Autoren aus Polen für unser Reibeisen (wir hatten ja schon eine ganze Reihe polnischer Autoren in den vergangenen Jahren) und die Idee, das Verlangen, dies fortzusetzen. Es gibt ja auch bei uns in der Steiermark Menschenschicksale, die den Geschilderten gleichen: Zerstörung, Zerfall, Vertreibung, Flucht und Neuanfang. Und das sind nicht nur die Heimatvertriebenen des Zweiten Weltkrieges (die auch, deren Schicksale wäre ebenfalls literarisch aufzuarbeiten, historisch hat das Dr. Josef Kaltenböck in früheren Reibeisen bereits gemacht), das sind die vielen „neuen Bürger“ in unseren Städten, diejenigen, die als Gastarbeiter kamen und geblieben sind, das sind die vielen Menschen mit Migrationshintergrund und deren Kinder, die unsere Volksschulklassen bevölkern. Da wären Schicksale aufzuarbeiten, da wären aber auch Grenzen abzuarbeiten. Beginnen wir damit, bevor es Schuldberge werden. Mit der albanischen Community gab es ja schon einen ersten Versuch in Kapfenberg, das wäre fortzusetzen, zu erweitern. Und es wäre schön, nein, es wäre notwendig und anständig, auch Kollegen, die in der Anthologie vertreten sind, zu uns einzuladen. Ein wenig Geld müsste man dafür in die Hand nehmen, vielleicht bei den Sitzen im neuen Eisstadion ein wenig einsparen (die Sitze im VIP Bereich etwas weniger luxuriös gestalten) und dafür sagen wir einmal € 10 000 für ein Literaturtreffen Polen/Deutschland/Steiermark und unsere neuen Bürger vorzusehen und zu budgetieren. Ich kann persönlich garantieren, die Kollegen würden nicht in 1. Klasse der AUA oder LOT sondern in der normalen Touristenklasse anreisen – womöglich auch als Gruppenreise per Bahn. Sie sind ja bescheidene Dichter und keine Politiker, die es gewöhnt sind, auch auf Reisen verwöhnt zu werden.

Was bleibt: Eine Freude, erst einmal überhaupt als Österreicher eingeladen zu sein, dann auch die Möglichkeit zu erhalten, an den Lesungen teilzunehmen. Eine neue Stadt – Krakau – kennen zu lernen und dabei Vorurteile abzubauen. Vorurteile, die letztlich dahin gingen, naja Polen und der Osten überhaupt. Ich habe Krakau als eine Musterstadt kennen gelernt, eine Stadt, deren Besuch zu empfehlen ist (auch den Kommunalpolitikern in D und A), die einfach wunderschön und gepflegt und sauber ist. Ich habe Freunde getroffen, die wunderbare Literatur schaffen, trotz aller sprachlichen Schwierigkeiten kontaktfreudig sind und weltoffen. Es waren beglückende Erlebnisse in drei unterschiedlichen Städten mit interessiertem Publikum und spannenden Gesprächen über die vorgelesene Literatur. Und genau das meine ich, sollte nicht auf diese einzige großartige Lesereihe beschränkt bleiben. Kapfenberg rühmte sich einst (Dr. Mikesch ist diesbezüglich nachzutrauern) eine Kulturstadt zu sein, immerhin schaffte es Kapfenberg in den Jahren des einsetzenden Wiederaufbaues, eine Musikschule zu gründen, eine Stadtbücherei aufzubauen, (ganz Kärnten hat bis heute noch keine vergleichbare), Künstlerförderung zu betreiben durch gezielte Ankäufe von Kunstwerken, und Kulturtage abzuhalten, welche damals internationale Bedeutung hatten und entsprechendes Echo fanden (ohne eigenartige Bewegungstherapien in den Straßen Kapfenbergs). Trotzdem in einer Zeit, in der mehrere tausend Menschen in Baracken hausten, die Werksanlagen zum Großteil noch zerstört waren, die Infrastruktur neu aufzubauen war, es wurde auf die Kultur nicht vergessen. Ja, auf den Sport wurde auch damals nicht vergessen. In Zeiten großer Sorgen und beschränkter Mittel wurde Großes geschaffen – in Kapfenberg, in der Steiermark, in Österreich. Es wäre schön, wenn wir in Anthologien nicht einmal schreiben müssten, ja damals...

Mit dieser großen Hoffnung verbleibe ich mit meinem Rückblick auf eine spannende und großartige Lesereise!

Hans Bäck

  


 

Start einer Lesereise in einer der schönsten Städte Europas

Ja, wirklich und ohne Übertreibung: Krakau halte ich für eine der schönsten Städte Europas! Ob es sich dabei um die mustergültig instandgesetzte Altstadt handelt, den prachtvollen Wawel, die unterirdische Stadt, die vielen Museen, die vorbildlichen Öffentlichen Einrichtungen wie Busse, Tram und (jawohl, auch diese) WC-Anlagen, es ist eine Freude in Krakau unterwegs zu sein. Dazu kommt noch etwas, das ich in vielen besuchten Städten vermisste: eine Sauberkeit der Straßen, Plätze, Parkanlagen, Haltestellen, die echt beeindruckend ist. Da liegen keine „Tschick“ bei den Haltestellen, die werden in die reichlich vorhandenen Behälter entsorgt, da gibt es an allen Straßen und Plätzen geschätzt alle 50 m einen Abfallbehälter, die Sauberkeit der öffentlichen WC Anlagen ist vorbildlich (dafür bezahlt man die 2 Zloty= 50 Cent gerne), die Anlagen der Restaurants und Cafés stehen dem aber nicht nach, sogar am Markt, dem Kleparski Rynek sind die (unterirdischen) öffentlichen Toiletten blitzsauber! Da komme niemand und spreche etwas von „Polen“ oder „Osten“.  Wenn ich da an die öffentliche WC-Anlage zu Hause neben der VS-Stadt denke – da ist tiefster Balkan! Der alte k. u. k. Bahnhof „Krokòw glowny“ längst ersetzt durch einen modernen, allen Ansprüchen gerecht werdenden funktionell super geplanten Bahnhof incl. integriertem Busbahnhof, der alte Bahnhof ist erhalten, vorbildlich restauriert. Sowohl die klassizistische Fassade (incl. der Färbelung in – erraten – Schönbrunnergelb), als auch die gußeisernen Pfosten mit den Ketten zur Verhinderung des Betreten von Geleisen strahlen das Flair der Vergangenheit aus.

Doch genug geschwärmt von der Stadt, schließlich war ich ja wegen der Literatur in Krakau. Die polnischen Freunde und das Literaturkollegium Brandenburg hatten im örtlichen Goethe-Institut eine Lesung vorbereitet. Der Publikumsansturm hielt sich zwar in Grenzen, jedoch waren die vorgelesenen Texte aus der gemeinsamen Anthologie „Eine Kindheit in ... Dzieciństwo w Polsce...“ sehr gut ausgewählt, von Božena Boba-Dyga charmant übersetzt und kommentiert, durchaus dazu angetan, mehr davon zu lesen, zu hören. Drei Stunden dauerte die Veranstaltung, und niemand lief davon! Also Literatur kann schon fesseln! Spannende Texte, sowohl der polnischen als auch der deutschen Autoren! Ich freue mich schon auf die Fortsetzungen in Berlin du Potsdam! 

Natürlich nicht nur Gläubige vor der Marienkirche am Rynek, einfach Menschen, von der Schönheit begeistert!

Den Steirer frisst da der Neid!

 

                      Die prachtvolle Kathedrale am/im sagenumwobenen Wawel, der uralten Königsburg

 

 

Am Ufer der Weichsel mit dem Wawel im Hintergrund

 

 

Bei der Lesung: am linken Rand Heidi Ramlow, Heinrich von der Haar, Lucia Dudzinska, Božena Boba-Dyga, Hans Bäck

 

Es ist erfreulich, wie die Idee der „Grenzüberschreitung“ in den Texten realisiert wurde.

 


 

Donnerstag, 11. Juni 2015 / Tag der neuen Texte im Literaturkreis Kapfenberg

 

Darf ein Lyriker alles?

Die einen meinen, ja und nicht nur der Lyriker, der Novellist, der Romancier, der Schriftsteller, der Dichter, ja alles dürfen sie.

Nein sagte der Andere, sie dürfen vieles nicht!

Wo bleibt die künstlerische Freiheit, sagten die Ersten wieder.

Das Wichtigste Gebot für den der schreibt, ist bei den zehn Geboten zwar erst das siebte, für uns aber hat es das erste zu sein: Du darfst nicht stehlen! Sagte wieder der Andere.

Falsch riefen sie im Chor, Hermann Burger sagte schon, dass nur der Laie borge, das Genie aber stehle.

Ja, auch das stimmt, sagte der Andere wieder, aber lassen wir doch den gelungenen Ausspruch eines großartigen Dichters, wie Hermann Burger einer war, so stehen, wie er gemeint war: als Apercu, als Einfall, als nette Nebensache.

Nein, es steht uns frei zu schreiben, was und wie wir wollen – so der vielstimmige Gesang der Sirenen der Literatur.

Doch der Andere blieb standhaft, du kannst alles schreiben, ja das ist richtig, aber nichts, was schon andere geschrieben haben und schon gar nicht, so wie schon andere geschrieben hatten. Das ist verboten, das wird mit Höllenstrafen belegt, nachzulesen bei Dante, bei seinem Besuch gemeinsam mit Vergil in der Hölle.

Das ist zwischen 690 und 710 Jahren alt, das brauchen wir doch nicht mehr beachten, die Stimmen der Alles-Erlauber.

Wenn der Großkritiker der deutschen Literatur in einem seiner Anfälle von gut gewählten Bonmots einmal sagte, dass es in der deutschen Literatur verboten sein müsste, über Mondnächte, die Liebe und Venedig zu schreiben, so heimste er dafür den Applaus des gesamten Feuilletons ein, das stimmt schon, darauf braucht man nicht unbedingt Wert zu legen, war der Einwurf des Anderen.

Wir haben sowieso schon genug Einschränkungen: wir dürfen nicht mehr sexistisch schreiben, wir dürfen nicht mehr Neger verwenden, die Warmen sind auch tabu geworden, was willst du uns noch verbieten?

Ich will euch gar nichts verbieten, es geht nur darum, Regeln einzuhalten und nicht nachzubeten, was andere schon vor uns erledigt haben. So der Andere.

Komme zur Sache, werde konkret, erschallte der Ruf.

Nun gut, ihr wisst alle, derjenige der als erster die Reime von Herz auf Schmerz fand, auf Rosen und Kosen, der war ein Genie – sind wir uns da einig?

 

Einverstanden, weiter!

Gut so, das heißt, alle die diese Reime heute noch verwenden, sind ganz gemeine Diebe, mehr noch, was ist das Gegenteil eines Genies: sie sind einfach literarische Trotteln.

Alle, die heute noch darüber und davon schreiben, dass im Frühjahr die Knospen sprießen, im Herbst die Blätter fallen und im November die Krähen im Nebel herumirren, sind hoffnungslose Nachahmer, Abschreiber und haben es nicht verdient, dass man ihr Geschreibe mit schr statt mit sp bezeichnet.

Wenn es aber die Menschen reizt und es sie herausfordert, das Erleben so wie sie es sehen darzustellen!?

Dann sollen sie zuerst einmal lesen, wie schön das schon vor ihnen geschrieben wurde – und nicht nur einmal! so der Andere, schon leicht zornig geworden.

Wir wollen aber unseren Lesern mitteilen, dass die Schneewolken alles zudecken, die abgefallenen Blätter am Boden rascheln, es ist ja so schön und die Menschen haben oftmals den Blick dafür verloren, und den wollen wir ihnen wieder zurückgeben.

Mit gestohlenen Worten und Bildern? Das ist kein ehrenhaftes Verhalten, das ist eines Dichters unwürdig. Wenn er nicht in der Lage ist, diese Zustände mit seinen eigenen Worten zu beschreiben, dann soll er es bleiben lassen. Die Sprache ist unser Werkstoff, den müssen wir formen, damit müssen wir arbeiten um Neues zu schaffen.

Und wenn uns das Herz übergeht, die Freuden, aber auch der Kummer, so wie die Dichter früher sagten, das Herzeleid uns übermannt?

Dann müsst ihr aufpassen, dass es euch nicht überfraut, zynisch wie immer der Andere. Und dann noch etwas: ihr könnt alle anfangen Gedichte zu schreiben, sogar mit Reimen und in Versen, aber lasst euch gesagt sein, ein Gedicht in falschen Reimen und mangelhafter Rhythmik ist nicht einmal als Klopapier zu gebrauchen. Du kannst anfangen damit, aber nur als Übungsstück, als Etüde um dich zu zwingen, die Formen auszuprobieren, damit umgehen zu lernen und dann deine eigene Ausdruckweise zu finden. Deine eigene und nicht eine kopierte, abgeschriebene! Gute Nacht allen miteinander – jetzt ist ein Bier fällig, damit beendete der Andere diesen Abend, wohl wissend, damit auch auf Widerspruch gestoßen zu sein.

 


 

EINLADUNG

Liebe  Freunde, Literaturinteressierte, Schifahrer, aber auch Geschäfts- und Berufskollegen!

 

In der Beilage bekommt Ihr heute eine Einladung ganz besonderer Art. 

Zwei Menschen dachten darüber nach, was das Leben so eigentlich spielt, mit den Mitspielern vorhat, jedenfalls wie das pralle, wirkliche Leben auch in der Literatur fassbar sein könnte.

Der Besuch des Museums der "gescheiterten Beziehungen" in Zagreb brachte mich auf die Idee, die Fülle der Texte die im Laufe von 30 Jahren Schreiben entstanden sind, auch nach diesem Gesichtspunkt zu ordnen. "Rosenkriege, Scheidungsleichen, gestörter Beziehungen" nannte ich meine Sammlung. Es war nahe liegend zu erkennen, da gehört auch die zweite Seite dazu. Ich fand sie in der Person einer Kolumnistin, die sich auch schon lange damit auseinandersetzte. Sie gab ihrer Auswahl den Namen "Miteinander, nebeneinander, durcheinander". Und unser Dritter im Bunde, Wolfgang Leitner, ein Musiker aus Kapfenberg fand auf Anhieb den richtigen Ton zwischen den Texten.

Nach einer durchaus gelungenen Generalprobe gehen wir auf Wanderschaft. Unsere erste Station ist Hartberg. Meine Kollegen von RKP - Business Consultants geben uns gerne und großzügig die Möglichkeit, das Programm vorzustellen.

Ich schlage vor, auch einmal ausspannen, auch wenn es womöglich irgendwo zwickt, man nicht gut drauf ist, was anderes eigentlich vorhatte usw. setzt Euch ins Auto und kommt am 10. April nach Hartberg. Das Business Center RKP/TAC ist von der Autobahn A2 Abfahrt Hartberg oder bereits in Sebersdorf oder über die B 54 leicht erreichbar! Sogar die Navis finden hin und schicken Euch nicht in die Irre: Schildbach 111 ist die Adresse.

Ich freue mich auf zahlreiche Freunde, bitte gebt mir oder unserem Büro kurz Nachricht, ob ihr kommt - damit auch genügend Platz (und sonstiges) vorbereitet ist!

 

Mit herzlichen Grüßen und den besten Wünschen für ein schönes Osterfest verbleibe ich:

Hans Bäck

 

                    

 

Veranstaltungseinladung: Dichterlesung mit Hans Bäck und "Volitiva"

Wir möchten auf diesem Wege auf eine ganz besondere Veranstaltung hinweisen:

 

Am Freitag, 10. April um 18 Uhr laden Autor und Unternehmensberater Hans Bäck und "Volitiva" - "Autoren Neueinsteigerin" sowie Kolumnistin der Zeitschrift Living Culture, zu einer Dichterlesung ins TAC Businesscenter ein.

Ein Abend für jene Menschen, die um die Wechselwirkungen des Lebens Bescheid wissen, bereit sind nicht immer alles tierisch ernst zu nehmen und die Freude am Spielerischen beibehalten haben.

Die Literatur beschäftigt sich immer mit dem prallen Leben und das besteht nicht nur aus Honeymoon, und blauem Himmel über Rosenbeete. Schwankungen in der ewigen Liebe, Spannungen, schauen über den Zaun des Nachbarn, all das, was die Beziehungen zwischen Mann/Frau, Frau/Mann, Mann/Mann, Frau/Frau sooft stört und dadurch spannend macht, war und ist immer schon Thema der Literatur.

Oscar Wilde sagte einmal „Ewige Liebe und Laune sind dasselbe, nur dauert die Laune länger an“.

Nun muss es doch so sein, dass zu diesem Thema eine Frau und ein Mann, ihre Texte, Lyrik und Prosa – gut gemischt – vorbringen.

Gedichte, Prosatexte, sogar kurze Szenen eines absurden Theaterstückes wechseln sich ab. Und immer, so hofft der Autor, ist ein leichtes Lächeln zu merken. So, als ob man das alles doch nicht so ernst nehmen sollte...

Für musikalische Begleitung sorgt Wolfgang Leitner vom "AkustikgitarrenProjekt".

 

Die Veranstaltung ist kostenfrei. Um Anmeldung wird höflich gebeten: office@rkp.at oder 03332/6005-100

 


 

Bäcks Nachlese  -  3. und 4. Quartal 2013

 

Liebe Literaturinteressierte!

Es ist ja niemand aufgefallen oder gar als Manko bemerkt worden, dass ich das 3. Quartal ausgelassen habe. Aber – so beginnt jede Entschuldigung, warum auch nicht meine?

Ich habe zumindest einen plausiblen Grund anzuführen: Bis Ende November „jagte“ ein literarischer Event den anderen: Zuerst die Schreibwerkstätte in Piran, verbunden mit einem Treffen von Autorenkollegen aus Slowenien, Italien, Deutschland und Bulgarien – eben der Europa-Literaturkreis, dann die Lesereise nach Potsdam, die Reibeisenvorstellungen in Berlin und Kiel, die Teilnahme an der Arbeitstagung des Verbandes Freier Deutscher Autoren und last but not least: Die Fertigstellung meines Manuskriptes für das neue Buch und die Weiterleitung an den Verlag in Berlin. Jeder Autor kann gerade das Letztere verstehen, was da an Anspannung, Druck und Korrekturenwut über einen hereinbricht. Aber es ist geschafft, nun ist das Manuskript beim Verlag und das Warten auf die Zusage und den Erscheinungstermin beginnt. Das heißt die Zusage war ja schon da, bei der Lesung in Potsdam brachte ich auch einen Kurzauszug und „meine“ Verlegerin Simone Barrientos sagte spontan „Das Buch machen wir!“ Nur kommt es eben oft anders als man denkt: Nach meiner Rückkehr von meiner jährlichen Schiwoche in Südtirol lag eine E-Mail des Kulturmaschinen-Verlages vor, dass die Arbeiten eingestellt werden. Keine neuen Bücher mehr aufgelegt, die bestehenden Verträge laufen aus – usw.

 

Wie immer habe ich eine Reihe von Vorfällen, Ereignissen usw. aufgezeichnet um dann zu gegebener Zeit – eben zur Nachlesezeit – meinen Senf dazuzugeben.

Also, fangen wir an:

 

Da gab es im 3. Quartal, gleich zu Sommerbeginn das Jubiläumsheft des Prof. Alfred Kolleritsch: die 200. Ausgabe der „Manuskripte“ eine enorme Schwarte wie wir in Österreich so sagen. Über 400 Seiten! Dann die ständige Frage derer, die in der tiefen obersteirischen Provinz sitzen und vom Kulturbetrieb in der Landeshauptstadt nicht wahrgenommen werden: Was hat der Kolleritsch, was wir nicht haben?
Nun einmal, das fällt gleich beim „Anlesen“ auf, so viele Druckfehler wie sie in dem Jubiläumsheft vorkommen, haben wir während der gesamten 30 „Reibeisenjahre“ nicht produziert! Natürlich: Prominente Namen, mit einer Nobelpreisträgerin können wir nie und nimmer aufwarten, und dass trotzdem eine Reihe von so genannten Gähn-texten vorkommen? Aber anscheinend galt die Devise: Texte müssen her! Aber von der Nummer 200 der Manuskripte war das steirische und österreichische Feuilleton voll. Gut, die prominenten Namen garantieren dafür!

 

Da gab es im Sommer ein Konzert oder einen Auftritt eines gewissen Robbie Williams in Wien. Der wurde natürlich von den Seitenblicken abwärts bis zu den Qualitätszeitungen und zum so genannten Boulevard ausführlich gewürdigt. Obwohl oder weil er in einem Interview sagte, dass er sich für seine Bühnenauftritte immer die „mit dem größten Busen“ aussuche. Wo blieb das Aufheulen der Feministinnen? Keine Buhrufe, kein Pfeifkonzert, die Zeitungen in den nächsten Tagen: Schweigen im Walde – ausgenommen Frau Anneliese Rohrer  in der „Presse“. Was gab es für ein Geheul, als in Deutschland ein gewisser Rainer Brüderle bei einem Parteitag Ähnliches von sich gab! Der Aufstand der Berufsfrauen in allen Medien war gewaltig und unübersehbar! Zu Beginn der Wahlkampagnen im Sommer gab es auch Auftritte einer Gruppe, die für das Team Stronach warb und dabei bedeutungsvoll mit ihren Popos wackelte. Jede, aber wirklich jede drittklassige (diese Bezeichnung wähle ich bewusst und in voller Absicht!) Journalistin musste den Herrn Stronach wegen dieser Hinternschupfenden Mädchen ansprechen. Wogegen der Herr Williams niemals zur Rede gestellt wurde. Der eigentlich erwartete „shitstorm“ in den Social Medien blieb aus. Wie gesagt, ausgenommen die Frau Rohrer in der „Presse“ fand den Auftritt und die Aussage des Williams genauso widerlich.

 

Die Zentralmatura kommt ja ab 2015 nun fix, einige mathematische Zähne wurden ihr ja gezogen, nichts hört man aber davon, dass die Proteste der IG-Autoren etwas genützt hätten. Das bedeutet nichts anderes, als dass in Zukunft die Matura in Österreich ohne Literatur ablaufen wird. Literatur ist kein Bestandteil