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Literaturtheorie und andere Feinheiten
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Die Kurzgeschichte in Kurzform |
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Der
Begriff "Kurzgeschichte" ist eine Lehnübersetzung des
amerikanischen Gattungsbegriffs Short story, mit diesem jedoch nicht
deckungsgleich, da im Unterschied zum Amerikanischen im Deutschen die
Kurzgeschichte gegen andere Formen der Kurzprosa, insbesondere Novelle,
Anekdote und Skizze, abzugrenzen ist. Kennzeichen der Kurzgeschichte
sind vor allem:
Mit
der Verwendung moderner Erzähltechniken, der Vorliebe für Außenseiter
der Gesellschaft, dem Bestreben, den Leser zu provozieren und zu
aktivieren, folgt die deutsche Kurzgeschichte allgemeinen Tendenzen der
modernen Literatur. Die
Kurzgeschichte im engeren Sinn entstand in Deutschland nach dem 2.
Weltkrieg. Ihre Themen waren zunächst der Aufarbeitung der
Vergangenheit gewidmet (W.
Borchert, H.
Böll, E. Langgässer),
Nachkriegszeit und Wirtschaftswundermentalität bestimmten noch lange
die Inhalte (G.
Eich, I.
Aichinger, M. L.
Kaschnitz, W.
Schnurre), dabei standen psychologisch-existentielle
Handlungselemente im Mittelpunkt. Der
große Erfolg der neuen Gattung hat neben soziologischen (neue Medien,
Änderung des Lebensverhaltens) auch literarische Gründe, etwa die
Einfachheit, die Unverbindlichkeit des Erzählens, die Eignung als
Experimentierfeld und nicht zuletzt die Scheu vor größeren Formen. |
© Karin Graf-Braun Quellen: UTB Literaturwissenschaft - Internet