21. 11. 2016 - Literaturreise

Zwei obersteirische Literaten im Hohen Norden Deutschlands

Kaum war die vierte internationale Literaturbiennale in Kapfenberg zu Ende und die Gäste auch nach Deutschland zurückgekehrt, machten sich Ruth Barg und Hans Bäck auf, um den Norden Deutschlands literarisch zu erobern.

Nach einer kurz nach Mitternacht begonnenen Anreise über Airport Vienna um nach HH, dort in die S1 einzusteigen, nach Hamburg Altona zu kommen und nach Heide in Holstein mit der Nord-Ostsee-Bahn weiterzufahren. Schwarzweiß gefleckte Kühe sonder Zahl, Windräder noch und noch, Schafe und der Bahndamm als höchste Erhebung während fast 90 Minuten Bahnfahrt. Endlich „Nächster Halt: Heide in Holstein“

 

Das Empfangskomitee erwartete uns, und sofort zum Mittagessen in ein Fischrestaurant in Heide. „Beckmann“ ja es sei ein wenig Schleichwerbung gestattet. Erstens ein Restaurant mit deutscher Küche und herrlichem Fisch. Fantastisch, der Wein exzellent, der Norden begrüßte uns gebührend und anständig.

 

 

Linden würde für die nächsten Tage unser Hauptquartier werden. Ellen und Dirk kümmerten sich liebevoll um uns, vom Hauskater wurden wir vorerst einmal mit aller gebotenen Vorsicht beäugt. Opulente Frühstücke, wunderbare Weine, anregende Gespräche, Exkursionen nach Meldorf, dem dortigen Dom in seiner prachtvollen norddeutschen Backsteingotik die gebührende Referenz erwiesen, den von mir sehnlichst erwarteten Besuch an der Nordseeküste absolviert. Die Dame Nordsee zeigte sich aber nicht gerade freundlich und hielt uns saukaltes, nasses Wetter vor die Nasen. Das Watt war auch zu erkennen, aber keine Chance auf einen Wattspaziergang! Ach, meinten die Freunde, das wäre halt so Nordseewetter, nichts Besonderes. Naja!

 

            

          

Ein Aufbruch nach Hamburg, es galt die Mitgliederversammlung des FDA Landesverband Hamburg/Schleswig-Holstein zu absolvieren. Immerhin einer der Gründe für unsere Fahrt nach Hamburg. Schade, dass dies zu einer Begräbnisveranstaltung wurde, da der Landesverband nicht mehr weitergeführt werden kann. Die letzten Mohikaner, nein Mitglieder, gaben die Abschiedsvorstellung, alles wurde noch einstimmig beschlossen, die neue fertige Anthologie „Wo Wege sich kreuzen“ entgegengenommen.

 

 

Ein Treffen mit dem Dichter Uwe Herms, der sich echt freute, jene Menschen kennen zu lernen, die seine Gedichte im Reibeisen mitgestaltet haben. Wir haben mit dem Reibeisen auch im Norden Deutschlands unsere Spuren hinterlassen (und nicht nur Markus Jaroschka mit seinen Lichtungen!!)

 

 

Zwei Tage später neuerlich Anreise nach Hamburg zur unwiderruflich letzten Lesung im „Nachbarschaftstreff“ der Siedlung Hamburger Wohnen in Langenfelde.

Überraschend viele Gäste anwesend, eine interessante Lesung, Gespräche mit den Gästen und natürlich viel Wehmut. Ende, Abschied, irgendwelche Veranstaltungen anderer Art, werden weiterhin dort stattfinden, aber nicht mehr mit dem FDA und daher auch nicht mehr mit uns als Teilnehmern. Ich durfte ja bereits das zweite Mal dort lesen, für Ruth war es eine Premiere.

         

Abschied von den Freunden mit einem frugalen Abendessen beim Schweinske mit Grünkohl, Kasseler, Kochwurst und gebratenen Süßkartoffeln.

 

Weiterfahrt mit dem ICE nach Berlin, Abfahrt in Hamburg bei Schneegestöber, in Berlin jedoch trocken und nur kalt. Mit der S7 nach Potsdam, die Strecke kannten wir ja schon, für mich der sechste Aufenthalt in der Stadt des friderizianischen Rokoko, wobei ich mich noch immer nicht daran gewöhnen kann: Preußen und Rokoko das geht für mich einfach nicht zusammen. Ist auch Bestandteil meines Textes, den ich in Potsdam bei der Lesung dann vorstellte. Meine „Annäherung an Preußen“ und einige andere Texte durfte ich dort lesen, sowie Ruth einige ihrer Gedichte. Im Johanniter Quartier, eine fast feudale Seniorenresidenz! Aber interessierte und begeisterte Zuhörer, die es uns erlaubten, die vorgegebene Zeit von max. 60 Minuten um mehr als 50% zu überziehen. Sogar Bücher haben wir dort verkauft!

Naja, der Abschluss dann mit den Freunden vom Literaturkollegium Brandenburg im Lokal namens Walhalla. Dabei gibt es in Potsdam so viele nette kleine Lokale, Bistros, Restaurants oder Brasserien, aber die Freunde bevorzugten Walhalla.

Potsdam, es war wieder schön und unterhaltsam, ich freue mich auf eine weitere Lesung in dieser schönen Stadt mit den liebenswerten Menschen.

Vielleicht kann das LKB noch einmal etwas für mich organisieren? Ich bin gerne bereit und komme immer wieder (gefährliche Drohung!!).

Rückfahrt nach Berlin, viel zu früh, aber was sollen wir mit unserem Gepäck da in der Stadt herumstreunen? Daher ein teures Mittagessen im Flughafenrestaurant, bis wir endlich in Richtung Wien abhoben, nach einer knappen Stunde ankamen und mit der ÖBB bequem nach Kapfenberg fuhren.

Eine lange Reise, eine spannende Reise, viele Eindrücke, wichtige Kontakte mit den Freunden in SH-HH und Brandenburg geknüpft und ein tolles, verrücktes Projekt besprochen.

Vielleicht gibt es bald ein Wiedersehen irgendwo – im S... (nein, mehr wird nicht verraten)

 

Hans Bäck




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