SchreibschmiedeEuropa-Literaturkreis Schreibschmiede

In der Schreibschmiede finden Sie kurze Texte unserer Mitglieder.

Diese Rubrik wird laufend mit weiteren Texten ergänzt.

 

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08. 05. 2021 - Mein Herz - Peter Veran

Peter Veran

Mein Herz

 

Aus kalter Erde

Sprießt erste Wahrheit

Wie du mir bestimmt

 

Mein Herz

Mein Aschenkreuz

 

Im Stern eine Muse

Blauer Lichtstrahl schattenhell

Halt meinem Fleisch aus bitterem Salz

 

Mein Herz

Mein Fischgebein

 

Im aufbrechenden Frühling

Im aufbrechenden Herbst

Bedeckt dein Kuss meine bebende Wunde

 

Mein Herz

Meine Schmetterlingshaut

 

Warst mir geboren

Wirst neu mir sein

Wasser der Meere in sicherer Tiefe

 

Mein Herz

Mein Gletscherschmelz

 

Deine Hand wird wägen

Das Gewicht meines Lebens

Abgleiten lassen zwischen den Fingern

 

Mein Herz

Mein Rosenstaub




08. 05. 2021 - aus dem himmel gefallen - Dirk-Uwe Becker

Dirk-Uwe Becker

aus dem himmel gefallen

 

aus dem himmel gefallen

sind die planeten 

und die sonnen

flammen kurz auf

wie das entzünden

eines streichholzes

bevor der wind

den schein

mit sich nimmt

in der dunkelheit

sieht man die

kuhlen nicht

von den planeten geschlagen

in denen die sonnen verschwinden

 

es wird keinen neuen

tag geben

die nacht

hat den hauptschalter umgelegt

kein veganer strom

aus erneuerbaren steckdosen

selbst in den kerzen

haben die dochte

den schwanz eingezogen

im petroleum schwimmt

nur der bismarck-hering

 

aus dem himmel gefallen

sind die planeten 

und die sonnen




08. 05. 2021 - Vergebliche Herbergsuche - Helmut Türk

Helmut Türk

Vergebliche Herbergssuche

 

Gedanken auf der Flucht

werden vom Zweifel mitgenommen

und dann sich selbst überlassen.

 

Erreichen das Ufer der Zuversicht.

Stürmen das Boot der Hoffnung,

kentern und sinken

 

auf den Boden der Realität.




13. 04. 2021 - Die Namenlosen - Barbara Klein

Barbara Klein

Die Namenlosen

 

Wenn im Schwarz der Berge

Die letzten Sonnenstrahlen erblinden

Würgt die Nacht

Das Leid der Namenlosen herauf.

 

Wenn das Dunkel lange währt

Haben Angst und Grauen Oberhand

Unbekanntes Wüten,

Fremd im Draußen.

 

Wenn Kälte des Schlafes

Die Ruhe stört

Kann sich nur im Morgen

Dieses Übel heilen.




12. 04. 2021 - Das Universum - Dietwin Koschak

Dietwin Koschak

Das Universum

 

Du musst ja den Sternen trauen und

es fällt tief der Kuss über die Welt…

Keine Sonne ohne Licht und lebe wahrhaftig und

brich selbstlos das Brot und

schütte den Wein aus den Augen,

die sehen und nichts als sehen auf den Grund des Herzens!

 

Du musst ja den Sternen trauen und

es liebt ja nur der Mensch, -

der auch mal verzeihen kann, kann, kann,

kann die Uhr denn nicht stehen bleiben,

wenn die Rosen elend verblühen??!

 

Du musst ja den Sternen trauen und

ohne Licht keine Sonne und jeder Abschied heißt zu haben das letzte Hemd ohne Taschen

gefüllt allen mit

 

Erinnerung.

 

 

aus:     EIN MITTERNACHTSBLUES. – Gesamtwerk

            des Dunkeln mit der Gabe des heilsamen Lichtes





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