28. 02. 2017 - Freier Deutscher Autorenverband - Hans Bäck
Asylantrag wurde angenommen!
Nach dem Ende der FDA Mitgliedschaft in Hamburg/Schleswig-Holstein hatten Ruth Barg und ich einen Wechsel nach NRW angestrebt, bei der Mitgliederversammlung am 28. Februar (so heißt dort die Jahreshauptversammlung) wurde unser Asylantrag einstimmig angenommen und wir sind nun Mitglieder des Freien Deutschen Autorenverbandes im Landesverband NRW. So durften wir schon der Versammlung bei wohnen und konnten die rheinische Freundlichkeit und Gastfreundschaft in vollen Zügen genießen.
In Abwandlung eines Satzes von Heimito von Doderer in seinem Roman „Die Dämonen“ (das ist zugleich eine dringende Leseempfehlung!) ist die Strecke zwischen Kapfenberg und Düsseldorf (und umgekehrt) so, dass man am Ziel keinesfalls unbesoffen ankommen kann. Gut, der Speisewagen der DB macht dies durchaus möglich und erstrebenswert.
Also, ein Eintreffen in Düsseldorf (für mich nach mehr als 30 Jahren wieder einmal) und schon am Bahnhof wurden wir von der bezaubernden zweiten Vorsitzenden in Empfang genommen. Wenn das keine Begrüßung ist! Ein erster Abend in Düsseldorf, unter fachkundiger Anleitung/Führung/Begleitung von Maria und Erwin Stalder. Vorbei an verlockenden Wirtshaustüren, vorbei an leuchtenden Restaurantschildern, es ging geradewegs in Richtung Kö. Na klar, diese Straße muss gesehen, muss begangen werden. Quer durch, an allem vorbei an allem vorüber, mit dezenten Hinweisen, da und dort sei die Altstadt, vorbei an Merkwürdigkeiten, wie dem Schneider Wibbel (der vom Fenster aus seinem eigenen Begräbnis zusehen konnte und dabei feststellte: „Nä, watt bin ich für ’ne schöne Leich“.), dem Reitstandbild des Jan Wellem vor dem Rathaus, natürlich der Hinwies auf die historischen Gaslaternen der Stadt durfte nicht fehlen (sie sind ja tatsächlich etwas Einzigartiges), die Tritonen am Ende des Stadtgrabens an der Kö, die Rheinpromenade am Abend, ja, eine Stadt am Wasser und mit Wasser, die hat eine eigene Aura. Aber unsere Führer hatten Mitleid mit uns und so endete der Abend wie er enden musste: im Brauhaus Schumacher. Altbier in Strömen (dass Ruth soviel Bier verträgt, musste ich erst in Düsseldorf erleben!) ein hervorragendes Abendessen und ein Ausklang in der Hotelbar unserer Unterkunft (zum Glück gab es dort auch ausreichend Altbier)

Unsere fachkundigen Führer durch Düsseldorf:
Maria und Erwin Stalder beim Abendessen im Schumacher
(Wirsingrolladen und Altbierbraten gab es!)

Wenn zwei Literaturvereine (FDA NRW und ELKK) solche 2. Vorsitzende haben, dann kann doch nix schiefgehen!
Die Gläser sind schon wieder halbleer!
Samstag, 11h Treffen mit einem langjährigen Reibeisen-Autor: Michael Arenz aus Bochum. Seit vielen Jahren beglückt er uns immer wieder mit seinen Texten für unsere Hefte, diesmal konnten wir einander endlich persönlich kennenlernen. Es waren zwei wunderbare Stunden bei Gesprächen über Literatur. Selten genug ist es, dass ich solch einen kongenialen Partner für Gedanken zur und über Literatur fand! Dier Zeit verflog, Koll. Arenz musste zurück nach Bochum, wir mussten ins Gerhart Hauptmann Haus in der Bismarckstraße zur Tagung des FDA-NRW. Wie schon eingangs erwähnt, die Aufnahmen war herzlich, wir durften den ELKK und das Reibeisen vorstellen (und Werbung für Beiträge machen), konnten Fragen zur Arbeit u in Kapfenberg beantworten und dann eben an der Mitgliederversammlung teilnehmen. Mit etwa 80 Mitgliedern ist der Landesverband NRW gleich stark wie der ELKK. In den Gesprächen bahnte sich eine enge Zusammenarbeit der beiden Literaturvereine an, wir wollen hoffen, dass es dann auch tatsächlich dazu kommt. Im LV NRW sitzen einige sehr interessante Autoren, wir sind ja nun als Mitglieder im Verteiler der Nachrichten des LV aufgenommen und können dadurch auch direkt am Leben der Literatur in NRW teilhaben. Informationen des 1. Vorsitzenden über die Arbeit im abgelaufenen Jahr, die bevorstehende Buchmesse in Leipzig und die Arbeit im Bundesvorstand sowie der „unvermeidliche“ Kassenbericht rundeten den ersten Teil ab. Nach der Pause wurden die neuen Mitglieder eingeladen Textbeispiele vorzutragen. Ruth brachte ausnahmsweise einmal keine Lyrik, sondern einen Prosatext („Auch unter dem Pflaster ist Erde“), während ich den Text aus der neuen Broschüre „Miteinander, nebeneinander, durcheinander“ brachte, der sich mit den „Verboten“ für Schriftsteller beschäftigte. Spannende, abwechslungsreiche Diskussionen mit den Kolleginnen und Kollegen beendeten eine interessante JHV.

In der Bildmitte der 1. Vorsitzende des LV NRW, links am Bildrand, die Ehrenvorsitzende Marianne Kuhlmann, eine begnadete Lyrikerin!

Die Wappen der ehemaligen
ostpreußischen Städte mit den
Jahreszahlen der Gründung
halten in diesem Raum die
Erinnerung eine, für viele
ehemalige, Heimat fest.

Schön langsam trudeln die
Mitglieder des Landesverbandes
ein und die Reihen füllen sich.

Und welchen Text soll ich nehmen und vorstellen?
Aber, eine JHV ohne neuerlichen Besuch in der Altstadt? Immerhin, sei diese die längste Theke Europas wurde uns glaubhaft versichert und vorgeführt. Natürlich, Samstag Abend, könnte man einwenden, alles ist unterwegs. Im Fischhaus – eine riesige Halle mit den Ausmaßen einer Bahnhofshalle bekam ich meine seit Jahrzehnten vermissten Muscheln auf rheinische Art. Herz, was willst du mehr? Na ja einen Abschluss beim Uehrigen – auch so ein Brauhaus mit herrlichem Altbier. Rheinische Geselligkeit wurde uns durch den Tischnachbarn unter Beweis gestellt, einfach ein herzlicher Abend!
Eine Rückreise nach einer sehr kurzen Nacht mit dem ICE 1027 direkt nach Wien, der führte uns plangemäß über Köln, Bonn, das Rheintal, Koblenz, Bingen, St. Goar, vorbei an der Lorelei – zwar waren die Weinberge noch braun, aber der Zug bot uns die Möglichkeit im gemächlichen Tempo die vielbesungenen Schönheitern des Tales zu genießen.
Natürlich, fast 13 Std. Bahnfahrt, sind schon eine ordentliche Zeit, aber in Zeiten des wachsenden ökologischen Bewusstseins, ist es eine durchaus annehmbare Alternative zum Flugzeug. Wenn wir bei diesem Verkehrsmittel die Nebenzeiten dazurechnen, wird die Zeitersparnis der einen Flugzeit auch wieder relativiert.
Und wenn der LV für den Herbst 2017 eine Lesung u. a. in Essen plant, werde ich nach Möglichkeit gerne wieder dabei sein!
Hans Bäck, mit Ruth Barg in Begleitung!
19. 02. 2017 - Reibeisen 34
Am 21. April 2017 erscheint die 34. Ausgabe des Kulturmagazins „Reibeisen".
Im allgemeinen Literaturteil werden Textbeiträge folgender Autorinnen und Autoren zu finden sein:
Susanne Ulrike Maria Albrecht, Zweibrücken (D)
Anna Aldrian, St. Nikolai im Sausal
Wolfgang Anders, Bockfließ
Michael Arenz, Bochum (D)
Hans Bäck, Kapfenberg
Ruth Barg, Kapfenberg
Dirk-Uwe Becker, Linden (D)
Carmen Billing, Wien
Manfred Chobot, Wien
Susanne Eder, Kapfenberg
Wiebke Drucker, Heide (D)
Barbara Feigl, Leibnitz
Mario Ganß, Dessau-Roßlau (D)
Alexander Gerow, Sofia (BG)
Josef Graßmugg, Kapfenberg
Joachim Gunter Hammer, Pirching a. T.
Brigitte Hanke, Mildensee (D)
Elisabeth Hinterplattner, Aflenz
Iwanow Binjo, Barakowo (BG)
Stefanie Jeller, Wien
Marlies Jensen-Leier, Schleswig (D)
Birutė Jonuškaitė, Vilna (LTU)
Ivan Kehlibarev, Burgas (BG)
Barbara Klein, Kapfenberg
Manfred Friedrich Kolb, Wismar (D)
Dietwin Koschak, Graz / Kapfenberg
Isabella Kramer, Nienhagen (D)
Friederike Krassnig, Judenburg
Andrea Lammer, Kapfenberg
Sepp Maier, Pernegg
Paweł Markiewicz, Bielsk Podlaski (PL)
Wolfgang Mayer-König, Graz
Eberhard Mayr, Wien
Peter Mitmasser, Wiener Neudorf
Karl Mittlinger, Graz / Unterrohr
Elvira Nüchtern, Freiburg (D)
Ferdinand Planegger, Wels
Karl Plepelits, Kapfenberg
Günther Roth, Graz
Şafak Sarıçiçek, Heidelberg (D)
Wera Schilina, Graz
Therese Schwarz, Kapfenberg
Margarit Shekov, Dolni Pasarel (BG)
Martin Stankowski, St. Florian (A) / St. Margarethen (CH)
Marlies Strübbe-Tewes, Unna (D)
Edwin Sugarew, Sofia (BG)
Ingrid Svoboda, Wien
Christine Teichmann, Graz
Christine Tippelreiter, Wieselburg
Adi Traar, Graz
Peter Tschuchow, Sofia (BG)
Klaus Ewald Vorhauer, Kapfenberg
Peter Paul Wiplinger, Wien
Johannes Witek, Salzburg
Andrea Wolfmayr, Gleisdorf
Florian Zeilinger, Graz / St. Barbara
12. 02. 2017 - Mondäpfel
Weil Fasching ist (aber nicht nur deswegen)
„Sind deine Äpfel bei Vollmond oder abnehmenden Mond gepflückt?“ fragte ich meinen langjährigen Apfelbauern in Pöllau.
„Bist deppert? Ich bin froh, dass ich in diesem blödem Jahr (es war das Erntejahr 2016: Schnee auf den Blüten, Spätfröste usw.) überhaupt ein paar an den Bäumen habe!“
„Na ja, ich meine ja nur, denn da gibt es den Mondkalender, wenn man nach dem geht, dann ist alles ganz anders!“
„Ja, ich könnte dann auch einen höheren Preis verlangen, könnte mir das Kühlhaus ersparen, und was weiß ich noch alles!“
„Du horch zu, ich habe bei meinem letzten Besuch in Hamburg im „Hamburger Abendblatt“ gelesen, dass am Markt in Ottensen Äpfel, gepflückt nach den Mondphasen, angeboten wurden. Und weil das auch am Stand angeschrieben war, konnte der Verkäufer dort den vierfachen Preis verlangen. Die Urteile der Käufer gingen von einem ‚Traumgeschmack’ bis ‚Hokuspokus’ und ‚Etikettenschwindel’. Einer meinte noch im Vorbeigehen, wenn die Äpfel noch von sieben Jungfrauen gepflückt wären, dann würde er sie kaufen.“
„Was willst denn“ meinte mein biederer Oststeirer, „es gibt ja auch das Mineralwasser mit Mondscheinabfüllung, da kannst eine Flasche Sekt auch kaufen, so teuer ist das.“
„Ja, aber dafür wunderbar bekömmlich und du bekommst dann auf vierundzwanzig Stunden keinen Durst mehr.“
„Und wenn der Bauer sein Schwein zu Klängen von Mozartmusik verwurschtet, schmeckt sie unvergleichlich besser und hält dreimal so lange – bevor sie schimmlig wird.“
„Echt? Ich habe gelesen, beim Friseur musst du auch achten, welche Mondphase gerade ist. Bei mir ist das besonders wichtig, denn wenn ich die falsche Phase erwische, dann wächst überhaupt nix mehr nach und ich habe eine Totalglatze! Sonst kann´s mir passieren, bei der anderen Phase, dass ich nach 6 Wochen schon wieder zum Friseur gehen müsste.“
„Bei uns im Dorf, da ist einer“ so antwortete mein Obstbauer, „der auch sein Brennholz unter Berücksichtigung der Mondphasen schlägert. Wenn er das bei Neumond macht, dann brennen die Scheiter im Kachelofen viel länger!“
Wir haben uns geeinigt, dass ich weiterhin meine Äpfel bei ihm kaufe, egal, wann er sie pflückt. Ob da der Mond über den Masenberg steht oder gerade untergegangen ist, ob es Neumond oder Vollmond ist. Hauptsache, sie sind gut und saftig (echt steirisch eben) und nicht zu sehr gespritzt, sodass es noch ein Apfel ist, der auch nach Apfel schmeckt.
„Du, wie ist denn das mit der Liebe? Sollen wir da auch nach dem Mond gehen?“
„Weißt was, das ist egal, seien wir froh, dass wir ...“
„Ja, hast eh recht“
Hans Bäck
12. 12. 2016 - Reibeisen-Rezension im "Literarischen Österreich"

reibeisen
DAS KULTURMAGAZIN AUS KAPFENBERG. NR. 33/2016
Herausgeber: Stadtgemeinde Kapfenberg,
Gestaltung: Europa-Literaturkreis Kapfenberg, 230 Seiten
ISBN 1810-0473
Es ist schon außergewöhnlich, wenn eine Stadtgemeinde gemeinsam mit einem Literaturkreis (Obmann: Josef Graßmugg) als Herausgeberin einer sowohl inhaltlich als auch vom Umfag her ansehnlichen Literaturzeitschrift fungiert. Das alljährlich im steirischen Kapfenberg erscheinende Kulturmagazin "Reibeisen" bringt erstaunlich vielfältige Blicke über den sprichwörtlichen Tellerrand hinweg zuwege. Neben einem ausgeprägten Tschechien-Schwerpunkt finden sich diesmal bulgarische, slowenische, iranische und plattdeutsche Texte (meist jeweils zweisprachig) ebenso wie Beiträge heimischer und Gastautoren. Da beschreibt Anna Aldrian den südsteirischen Brauch des Bergbetens, Hans Bäck berichtet sarkastisch über eine - nie realisierte - odorierende Wunderfaser und nüchtern von einer letzten Italienreise angesichts eines hoffnungslosen Befunds ("Was haben wir gelacht!"), Manfred Chobot steuert ein zeitkritisch pointiertes "Luxuslimousinen-Schnäppchen" bei. Christl Grellers Gedicht "bodennaher blick" beobachtet eine Abendgesellschaft aus der originellen Beinperspektive. Lyrisches "insightseeing" betreibt C. H. Huber-Tyrol als knappe Bilanz der Kunst, Liebe in Freundschaft zu verwandeln, ein bitteres "lied der nacht" singt Rudolf Kraus. Von einer letal endenden Pilgerfahrt nach Mekka erzählt Karl Plepelits ("Der heiligste Ort der Welt"). Und damit sind nur einige Texte aus der reichhaltigen literarischen Fundgrube herausgegriffen, in der insgesamt 114 Autoren aus acht Nationen vertreten sind. Weiteres Stöbern und Entdecken lohnt, sei es ein Künstlerporträt des norddeutschen Malers Michael Mattern, eine Würdigung der "Instanz Karl Kraus" oder Lyrik von Mahvash Sabet, die 2008 u. a. wegen Propaganda gegen das System und Blasphemie zu 20 Jahren Haft verurteilt wurde und seither im berüchtigten Evin-Gefängnis in Teheran eingekerkert ist. Ihre "Prison Poems", von Helmut Niederle ins Deutsche übertragen, werden derzeit für die edition pen im Löcker Verlag vorbereitet. Langfrisig ist die Vorlaufzeit beim "Reibeisen": Der Einsendeschluss für die nächste Ausgabe ist am 30. Juni 2017 - für Nr. 35/2018.
Ewald Baringer
21. 11. 2016 - Literaturreise
Zwei obersteirische Literaten im Hohen Norden Deutschlands
Kaum war die vierte internationale Literaturbiennale in Kapfenberg zu Ende und die Gäste auch nach Deutschland zurückgekehrt, machten sich Ruth Barg und Hans Bäck auf, um den Norden Deutschlands literarisch zu erobern.
Nach einer kurz nach Mitternacht begonnenen Anreise über Airport Vienna um nach HH, dort in die S1 einzusteigen, nach Hamburg Altona zu kommen und nach Heide in Holstein mit der Nord-Ostsee-Bahn weiterzufahren. Schwarzweiß gefleckte Kühe sonder Zahl, Windräder noch und noch, Schafe und der Bahndamm als höchste Erhebung während fast 90 Minuten Bahnfahrt. Endlich „Nächster Halt: Heide in Holstein“

Das Empfangskomitee erwartete uns, und sofort zum Mittagessen in ein Fischrestaurant in Heide. „Beckmann“ ja es sei ein wenig Schleichwerbung gestattet. Erstens ein Restaurant mit deutscher Küche und herrlichem Fisch. Fantastisch, der Wein exzellent, der Norden begrüßte uns gebührend und anständig.
Linden würde für die nächsten Tage unser Hauptquartier werden. Ellen und Dirk kümmerten sich liebevoll um uns, vom Hauskater wurden wir vorerst einmal mit aller gebotenen Vorsicht beäugt. Opulente Frühstücke, wunderbare Weine,
anregende Gespräche, Exkursionen nach Meldorf, dem dortigen Dom in seiner prachtvollen norddeutschen Backsteingotik die gebührende Referenz erwiesen, den von mir sehnlichst erwarteten Besuch an der Nordseeküste absolviert. Die Dame Nordsee zeigte sich aber nicht gerade freundlich und hielt uns saukaltes, nasses Wetter vor die Nasen. Das Watt war auch zu erkennen, aber keine Chance auf einen Wattspaziergang! Ach, meinten die Freunde, das wäre halt so Nordseewetter, nichts Besonderes. Naja!


Ein Aufbruch nach Hamburg, es galt die Mitgliederversammlung des FDA Landesverband Hamburg/Schleswig-Holstein zu absolvieren. Immerhin einer der Gründe für unsere Fahrt nach Hamburg. Schade, dass dies zu einer Begräbnisveranstaltung wurde, da der Landesverband nicht mehr weitergeführt werden kann. Die letzten Mohikaner, nein Mitglieder, gaben die Abschiedsvorstellung, alles wurde noch einstimmig beschlossen, die neue fertige Anthologie „Wo Wege sich kreuzen“ entgegengenommen.

Ein Treffen mit dem Dichter Uwe Herms, der sich echt freute, jene Menschen kennen zu lernen, die seine Gedichte im Reibeisen mitgestaltet haben. Wir haben mit dem Reibeisen auch im Norden Deutschlands unsere Spuren hinterlassen (und nicht nur Markus Jaroschka mit seinen Lichtungen!!)
Zwei Tage später neuerlich Anreise nach Hamburg zur unwiderruflich letzten Lesung im „Nachbarschaftstreff“ der Siedlung Hamburger Wohnen in Langenfelde.
Überraschend viele Gäste anwesend, eine interessante Lesung, Gespräche mit den Gästen und natürlich viel Wehmut. Ende, Abschied, irgendwelche Veranstaltungen anderer Art, werden weiterhin dort stattfinden, aber nicht mehr mit dem FDA und daher auch nicht mehr mit uns als Teilnehmern. Ich durfte ja bereits das zweite Mal dort lesen, für Ruth war es eine Premiere.

Abschied von den Freunden mit einem frugalen Abendessen beim Schweinske mit Grünkohl, Kasseler, Kochwurst und gebratenen Süßkartoffeln.
Weiterfahrt mit dem ICE nach Berlin, Abfahrt in Hamburg bei Schneegestöber, in Berlin jedoch trocken und nur kalt. Mit der S7 nach Potsdam, die Strecke kannten wir ja schon, für mich der sechste Aufenthalt in der Stadt des friderizianischen Rokoko, wobei ich mich noch immer nicht daran gewöhnen kann: Preußen und Rokoko das geht für mich einfach nicht zusammen. Ist auch Bestandteil meines Textes, den ich in Potsdam bei der Lesung dann vorstellte. Meine „Annäherung an Preußen“ und einige andere Texte durfte ich dort lesen, sowie Ruth einige ihrer Gedichte. Im Johanniter Quartier, eine fast feudale Seniorenresidenz! Aber interessierte und begeisterte Zuhörer, die es uns erlaubten, die vorgegebene Zeit von max. 60 Minuten um mehr als 50% zu überziehen. Sogar Bücher haben wir dort verkauft!

Naja, der Abschluss dann mit den Freunden vom Literaturkollegium Brandenburg im Lokal namens Walhalla. Dabei gibt es in Potsdam so viele nette kleine Lokale, Bistros, Restaurants oder Brasserien, aber die Freunde bevorzugten Walhalla.
Potsdam, es war wieder schön und unterhaltsam, ich freue mich auf eine weitere Lesung in dieser schönen Stadt mit den liebenswerten Menschen.
Vielleicht kann das LKB noch einmal etwas für mich organisieren? Ich bin gerne bereit und komme immer wieder (gefährliche Drohung!!).
Rückfahrt nach Berlin, viel zu früh, aber was sollen wir mit unserem Gepäck da in der Stadt herumstreunen? Daher ein teures Mittagessen im Flughafenrestaurant, bis wir endlich in Richtung Wien abhoben, nach einer knappen Stunde ankamen und mit der ÖBB bequem nach Kapfenberg fuhren.
Eine lange Reise, eine spannende Reise, viele Eindrücke, wichtige Kontakte mit den Freunden in SH-HH und Brandenburg geknüpft und ein tolles, verrücktes Projekt besprochen.
Vielleicht gibt es bald ein Wiedersehen irgendwo – im S... (nein, mehr wird nicht verraten)
Hans Bäck
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