18. 03. 2021 - Österreichischer Vorlesetag 2021

Ein Rückblick in der täglich erscheinenden "Kronen Zeitung" vom 25.03.2021 . . .

 

. . . und in der 14-tägig erscheinenden "Obersteirischen Rundschau" vom 24./25. 03. 2021




09. 01. 2021 - Kultur in Corona-Zeiten

Die Kultur lebt!

Auch wenn nicht alles so einfach und ungezwungen ist, wie vor 13 Monaten - die Kreativität kapituliert nicht vor Allgemeinverfügungen.

Dazu folgender Bericht der "Dithmarschen" vom 09.01.2021

Solidarität in schwierigen Zeiten

Ein außergewöhnliches Jahr jenseits von Routine-Abläufen und geprägt von abgesagten Veranstaltungen haben auch der 46 Mitglieder starke Kunstverein Heide und der Förderverein für Kunst und Kultur Eiderstedt (FKE) mit seinen 180 Mitgliedern hinter sich. „Wir hoffen, dass alle in diesen schwierigen Zeiten bei der Stange bleiben, uns weiterhin unterstützen und in ihrer Region ein Stück Kultur fördern“, sagt Dirk-Uwe Becker, der in beiden Vereinen den Vorsitz hat.

Der Kunstverein Heide konnte 2020 nicht sein volles Programm fahren. Von drei sonst üblichen Ausstellungen auf der Museumsinsel Lüttenheid blieb nur eine übrig. „Glücklicherweise konnte Nanna Mury im Rahmen des kreisweiten Kunstgriffs im August ihre Skulpturen zeigen, und Irmgard Kullmann stellte abstrakte Gemälde aus. Eine Vernissage war nicht möglich“, resümiert Becker und kündigt an, die in 2020 ausgefallenen Ausstellungen mit den Künstlern Wolfgang Groß-Freytag, Michael Wilke und Wolfram Zagarus soweit möglich in diesem Jahr nachholen zu wollen. Nicht verschoben werden musste hingegen die Literatursommer-Lesung am 19. August in der Ditmarsia in Meldorf. Da der irische Schriftsteller Mike McCormack damals aufgrund der Corona-Einschränkungen nicht nach Deutschland kommen wollte, weil er anschließend in Irland in Quarantäne gemusst hätte, gab es eine Kursänderung. „Wir haben ihn kurzerhand per Videokonferenz zugeschaltet, es war einfach toll“, erläutert Becker dazu. Der Förderverein für Kunst und Kultur Eiderstedt musste sich ebenfalls flexibel zeigen und immer wieder auf veränderte Rahmenbedingungen reagieren. So wurde zum Beispiel die für Ende März geplante Ausstellung mit Werken des Grafikdesigners Kurt Riggert im Alten Rathaus in Garding aufgrund des Lockdowns abgesagt und konnte erst im Juni eröffnet werden. „Anfang September hatten wir schließlich unsere zweite und letzte Ausstellung `Kraut und Rüben – unsortiert und unjuriert`, dort präsentierten Mitglieder der Sparte Kunstklima ihre Werke“, berichtet Ellen Balsewitsch-Oldach. Sie ist im FKE für Öffentlichkeitsarbeit zuständig und zudem Sprecherin der Sparte Literatur. Und sie hat die Ausstellung „Kunstwinter“ im Atrium des Alten Rathauses organisiert. Malerei, Schmuck, Keramik und Fotografie stehen im Zentrum. Einblicke sind derzeit allerdings nur virtuell möglich, ein Video dazu gibt es auf www.kunstklima.com.

Wie Balsewitsch-Oldach freut sich auch Becker auf jedes Projekt, das 2021 realisiert werden kann: „Vorzubereiten gibt es so einiges. So haben wir zum Beispiel für die Kunstgriff-Reihe im August eine Zusage von Feridun Zaimoglu für eine Ausstellung mit einer Auswahl seiner Malerei und für eine Lesung. Das ist toll.“

Ingrid Haese




17. 12. 2020 - Zum Geburtstag

Hannes Pirker – 90!

Es ist still geworden um ihn! Ist er auch still geworden? Er, der wortgewaltige Mahner, wenn es darum ging, der Kunst und damit der Kultur in unserem Raum Gehör zu verschaffen? Ja, auch Hannes Pirker ist still geworden, er hat sich zurückgezogen, in das Heim mit seinen unendlich vielen Kunstwerken. Und hat nun Zeit darüber nachzudenken, was er in unserem Raum bewirkt hat. Jahrzehnte hindurch, unermüdlich, unbedankt und nun vergessen? Nein, es gibt jene Menschen, Freunde, Weggefährten, die sich erinnern, welche Kämpfe Hannes Pirker zu bestehen hatte. Eine Galerie in der Mur-Mürzfurche zu gründen und weiter zu betreiben. Weit über 200 Ausstellungen organisieren, Lesungen veranstalten, ein Treffpunkt zu sein für hunderte Künstler aus der halben Welt und allen Sparten. Dabei selbst ein begnadeter, unglaublich vielseitiger Künstler: Ob als Bildhauer, Stahlplastiker, Maler, Musiker, Kunsterzieher. Ich weiß nicht ob es ein Werkverzeichnis gibt, ich könnte mir vorstellen, das wäre ein äußerst umfangreicher Katalog. Doch Hannes Piker ist mehr. Ich würde ihn unbedingt in die Reihe der großartigen steirischen Volksbildner einreihen: Ein Hanns Koren, ein Hubert Lendl, Alfred Mikesch, um nur einige zu nennen, die in unserem Bundesland vorbildlich wirkten. Es muss nicht jeder Volksbildner auch ein politisches Durchsetzungsvermögen haben, um Wirkung zu hinterlassen! Ich freue mich, bin stolz darauf, dass ich ihn bei seinem Vornamen ansprechen darf, habe mit ihm viele Gespräche geführt: für das Reibeisen – die Publikation des Europa-Literaturkreises, für mein eigenes Schaffen, generell über die Situation der Kunst und Künstler in unserem Raum. Vielleicht ist es deswegen um ihn so still geworden, weil er sich nie ein Blatt vor den Mund nahm, wenn es darum ging sich, Missstände aufzuzeigen. Und davon gab und gibt es wahrlich genug! Immer noch, daher ist es schade, dass er still geworden ist. Seine Stimme fehlt bei uns! Wir, die wir die Möglichkeit hatten, mit ihm zumindest Wegesstücke zu gehen, wir denken heute an seinem 90. Geburtstag mit großer Freude und auch Dankbarkeit an die vielen Stunden mit Hannes Pirker!

Lieber Hannes, mögest Du die selbstgewählte Ruhe genießen, Du kannst auf ein erfülltes Schaffen zurück schauen. Und wenn sich heute kein „Offizieller“ mehr Deiner erinnert, denke daran, Dein Platz in unserer Erinnerung ist Dir sicher!

Hans Bäck

 

Kunstobjekte von Hannes Pirker

       

Edelstahlbrunnen in Kapfenberg
Kinetische Kugel in Redfeld 
Kinetisches Objekt bei der Dachsteinbahn




13. 12. 2020 - Gedanken zu Europa

Hans Bäck

Europa und die weisen Alten

Ich weiß schon, jetzt ziehe ich mir wieder den Zorn aller politisch Korrekten zu. Aber ich halt es aus. Es geht mir um nichts anderes als um Europa. Ich darf von mir behaupten, ein begeisterter Europäer zu sein und die elende Nationalstaaterei und das Beharren auf den „unabdingbaren nationalen Interessen“ (egal ob diese nun österreichisch, bundesdeutsch, polnisch, italienisch, ungarisch oder sonst wie ausformuliert werden) geht mir schon längst auf die Nerven. Ich frage mich immer wieder, wo sind all die Europäer geblieben?

Wie hat das alles begonnen? Da gab es nach der Katastrophe des 2. Weltkrieges und der erlebten Befreiung ein Aufatmen, ein Nachdenken und Draufkommen „So geht es nicht weiter.“ Weise alte Männer, rechts und links des Rheins dachten nach, grübelten, sprachen miteinander und handelten. Zuerst die Europäische Regelung des Kohle- und Stahlabkommens, dann die wunderbaren römischen Verträge und weiter ging es, eigentlich unaufhaltsam. Die europäische Idee hatte eine Eigendynamik erhalten, die sich niemand vorstellen konnte. Was war die treibende Kraft dahinter? Natürlich, die Wirtschaft, konkret die Marktwirtschaft, der Kapitalismus (oh wie böse!!) und das Streben der Europäer nach Einkommen, Ruhe, Sicherheit, ja und Wohlstand. Und die Ideen einiger alter weiser Männer wurden zu einer Realität, die einige Jahre zuvor noch unvorstellbar war. Doch irgendwann kam, was kommen musste, aber eigentlich so eh niemand erwartet hatte. Und daher auch nicht vorgebaut. Es kamen die keifenden, mürrischen, zögerlichen alten Frauen und betraten die Bühne Europas. Die erste von ihnen knallte ihre Handtasche auf den Tisch und keifte in die Runde „I want back my money!“ Damit begann kurz nach dem Beitritt der Briten bereits der Brexit. Und das nationale Groschenzählen in Milliardenumfang wurde das neue europäische Spiel. Und alle beteiligten sich daran – bis heute, bis zu den „sparsamen Vier“. Bevor es aber so weiterging, kam wieder einer der alten Männer und der sagte ganz einfach „es reicht“ und der Abschied von der DM und Übergang zum Euro wurde Realität. Bis die nächste Dame das Spielfeld betrat und angesichts einer überbordenden Menschenmasse, die sich auf Europa zu bewegte, fiel ihr nichts anderes ein als „Wir schaffen das.“ Schön, und so realitätsfern! Nicht vorbereitet, nichts geplant, keine Überlegungen wie und wohin mit den Menschenmassen! Leider, nichts wurde geschafft! Wie sollten diese Leute jemals integriert werden? Keine Ahnung, wir werden das schon schaffen! Dabei es war von vornherein klar, die Neuankömmlinge hatten ja nur ein paar Zielländer vor Augen. Und da zählte Ungarn, Polen, die baltischen Staaten ganz sicher nicht dazu, um nur ein paar aufzuzählen. „Wir schaffen das!“ ohne darüber nachzudenken, wie die Menschen in Süditalien, auf den griechischen Inseln, in den spanischen Enklaven, auf den Kanarischen Inseln mit diesem Ansturm zurechtkommen könnten. „Wir schaffen das“ und als Folge hat diese Dame die rechtsextremen Abgeordneten im Bundesrat, in den Landtagen von Bundesländern sitzen und alle fragen sich wie es soweit kommen konnte! Haben alle vergessen, was Bert Brecht 1955 schrieb? „Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch!“ Eine Willkommenskultur muss verwaltet werden! Und Europa hat diesbezüglich hinlänglich Erfahrung. Das beginnt schon im Frühmittelalter, als die heranstürmenden Barbaren, wie Hunnen, Awaren die Stämme der Völkerwanderung ihren Platz in Europa gefunden haben! Und das setzte sich durch all die Jahrhunderte fort, bis in das elende 20. Jahrhundert. Was hat es da an zwangsweisen Verschiebungen gegeben! Allein wenn ich an meine Heimatstadt Kapfenberg denke. In den Jahren nach dem 2. Weltkrieg, als hunderte, wenn nicht tausende Familien aus Süd-Ost Europa hier strandeten. Die „Volksdeutschen“ wie sie genannt wurden. In erbärmlichen Barackenlagern zusammengepfercht. Doch sie begannen mit unglaublichem Überlebenswillen ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen, oft neidvoll betrachtet von den „Einheimischen.“

Wer will heute noch an einen Nationalstaat glauben und da von einer Hilfe träumen? Jedoch eine Alternative? Ein eigenartiger Milliardär wie Trump oder ein Ex-Kommunist wie Putin sollen als Beschützer der internationalen Benachteiligten wirken? Wirklich? Nach zwei Weltkriegen, der Zerstörung Jugoslawiens, der Amputation der Ukraine, den Gewaltszenen in Weißrussland kann man noch an einen Nationalstaat als helfende Institution glauben? Aber, was kann die Europäische Union für uns machen? So hilflos wie sie agiert und sich gibt? Wie ist es soweit gekommen? Ich erinnere nochmals daran, wie der Abstieg begonnen hatte: Zwei Frauen, die eine keifend, die andere beschwichtigend und Europa steht wieder am Anfang und weit und breit keine weisen alten Männer zu sehen, welche die Agenda in die Hand nehmen könnten! Lauter Jungspunde, lächelnde Damen und unverbindliche Managertypen. Um Europa könnte einem angst und bange werden. Doch ich persönlich sehe eine Hoffnung darin, dass genau jene wieder die Initiative ergreifen, denen es um das Geld geht. Um den Markt, um die Wirtschaft. Nicht die Politiker, nicht die Philosophen, nicht die Schriftsteller, nicht die Journalisten, werden Europa wieder aus dem Schlamassel ziehen. Sondern genau jene, die viel gescholten und verurteilt, auf das Geldbörsel (oder Aktienpaket) schauend, die Sonntagsredner beiseite schieben und Europa in die Hand nehmen werden. Mag das nun den vielen Spät-, Romantik- und Hoffnungsmarxisten gefallen oder nicht, es wird so werden. Und wenn wieder vorausschauend gehandelt wird, dann wird das auch so umgesetzt, dass es neuerlich zu keinem hemmungslosen Kapitalismus kommt, sondern einen der wie vor 70 Jahren, gezähmt und geregelt, die Idee Europa voranbringt. Vielleicht doch wieder einige weise alte Männer und wenn in Zusammenarbeit mit einigen weisen alten Frauen, soll’s mir nur recht sein!




21. 06. 2020 - Tage der deutschsprachigen Literatur

Und es hat doch geklappt!

Corona hat sich bemüht, doch die Literatur war stärker! Die Literatur wird nicht untergehen! Die moderne Technik und ein Kraftakt des ORF mitsamt 3SAT haben es möglich gemacht, die diesjährigen „Tage der deutschsprachigen Literatur“ gemeinhin als Bachmannpreis bekannt, mitzuerleben. Natürlich die Atmosphäre des ORF Theaters in Klagenfurt fehlte, ebenso der Kaffee im Untergeschoss, die Spaziergänge durch den Park oder durch die Stadt. Aber dafür hatte man zu Hause die Möglichkeit sich am PC oder im TV die Lesungen, Diskussionen anzuhören – fußfrei ohne Rückenschmerzen auf den unbequemen Sesseln oder Bänken. Und ich für meine Person halte den Bequemlichkeitsgewinn gerne fest. Umsomehr ganz wenige Autorinnen/Autoren dabei waren, deren Vortrag zum Einschlafen verführte. Ganz wenige, d. h. es gab sie schon noch, obwohl die Lesequalität auch zugenommen hat. D. h. die Damen und Herren sind nun doch weitgehend in der Lage ihre Texte so vorzutragen, dass diese von ihnen nicht selbst umgebracht werden. Haben wir oft genug erlebt und es gibt heute noch viele Autoren, die man am Liebsten bitten möchte, ‚geh ersuche jemand deinen Text zu lesen, denn du kannst das nicht.’

 

Doch lassen wir diese allgemeinen Bemerkungen, kommen wir zum „Wettlesen“ an sich.

Die Liste der Kandidaten hatte bereits eine Überraschung parat: Helga Schubert, in den Jahren 1986 – 1990 selbst als Jurorin für die DDR damals tätig, trat nun als 80-jährige an! In der Vorstellung sagte sie, dass sie bereits 1980 eingeladen war, aber damals keine Ausreisegenehmigung der DDR erhielt. Ja, das gab es einmal und ist noch gar nicht so lange her! Es ist ja schön und gut, dass die politischen Nachfolger des damaligen SED-Regimes heute als parlamentarische Partei im Berliner Bundesrat sich für die Freiheit der Kunst stark machen und einsetzen. Für Frau Schubert war diese Episode nur einen Nebensatz wert: Sie freue sich, das all jene, die damals ihre Reise nach Klagenfurt verhinderten, nun bereits tot seien. Schön, das so sagen zu können. Wenig überraschend, für mich zumindest, dass Frau Schubert nach 3 Wahlgängen als Bachmannpreisträgerin feststand. Auch die übrigen Preisträger 2020: Deutschlandfunk-Preis ging an Lisa Krusche (Braunschweig, vorgeschlagen von Klaus Kastberger), der KELAG-Preis ging an den Grazer Egon Christian Leitner (ebenfalls von Kastberger vorgeschlagen), während der 3-SAT Preis an Laura Freudenthaler ging. Lange sah es so aus, dass gerade diese Autorin einer der vorderen Preise erhalten würde, doch gingen die notwendigen Stichwahlen immer zu ihren Ungunsten aus. Eingeladen wurde sie von Brigitte Schwens-Harrant, begeisterte mit ihrem Text ungemein, doch in den Abstimmungen wurden ihr immer wieder andere – eben die bereits Erwähnten – vorgezogen. Doch auch der 3 SAT Preis ist nicht zu verachten und um Klaus Kastberger zu zitieren, Laura Freudenthaler wäre eine Aktie, auf die man wetten könne.

Neue Gesichter in der Jury, neue Wortgefechte, nicht nur braves Abnicken von allen möglichen Textpassagen. So kam es durchaus vor, dass ein Text als eine typische Gewerkschaftsprosa mit Gerechtigkeitspathos eingestuft wurde. Oder, m. E. das Ärgste was einem Text passieren kann, als „Befindlichkeitsprosa“ genannt zu werden. Alles das gab es diesmal. Eine Jury, die auch Konfrontationen nicht scheute. Und ich glaube, das war und ist auch gut so, man darf doch einen schwachen Text auch als solchen bezeichnen.

Ein Wort noch zu den Journalisten: Es fehlte natürlich die Einladung nach Klagenfurt, Corona machte es unmöglich, live dabei zu sein. Die Kulturredakteure sind daher so, wie ich als Otto Normalleser, auf TV und PC angewiesen. Das bedeutet einmal, es gibt keine Dienstreise nach Klagenfurt, keine Gespräche mit allen möglichen bedeutenden Menschen aus dem Literaturbetrieb. Dementsprechend dünn fallen die Berichte in den Tageszeitungen aus! Wer von den Journalisten hat auch die Zeit sich am Donnerstag mehr als 5 Stunden, am Freitag nochmals fast 6 Stunden und am Samstag mehr als 4 Stunden hinzusetzen und konzentriert zuzuhören. Das kann sich nur ein Pensionist wie ich erlauben!

Und ich habe es halt getan und es hat Spaß gemacht! Doch, auch ich würde das Life-Erlebnis im ORF-Theater vorziehen.

Ja, da gibt es noch den Publikumspreis. Dieser wird von den Hörern und Sehern per Internetabstimmung vergeben. Eine an sich gute Idee, was sich dabei aber an Manipulationsmöglichkeiten ergeben, haben wir noch in guter, bzw. schlechter Erinnerung. Als damals eine Dame, deren Texte absolut keine Chance auf nur ein winziges Preiserl gehabt hätten, ihre Fangemeinde so mobilisierte, dass sie den Publikumspreis überlegen gewann. Lydia Haider erhielt heuer diesen Preis, sie war zwar nicht auf der Shortlist (für mich eher verwunderlich), doch die Internetabstimmung fiel haushoch zu ihren Gunsten aus. Und so schlecht war ihr Text gar nicht, dass er nicht einmal auf die Shortlist gekommen ist.

Also, auch ein zufriedenstimmenden Ergebnis!

Bachmannpreis, nein, die 44. Tage der Deutschsprachigen Literatur alles bestens? Nun ja, Immerhin, Hubert Winkels ist ab dem kommenden Jahr nicht mehr Jury-Vorsitzender, das ist ja auch etwas, auf das ich persönlich schon einige Jahre gewartet habe. Keine Überraschungen? Mit allen Preisträgern einverstanden? Ja und nein, aber das ist in jedem Jahr noch so gewesen. Vielleicht die Überraschung: Die Jury nahm sich heuer einmal nicht sooo wichtig. Es ist schön dass es die Literatur gibt, diese wird auch nicht untergehen, wenn die Damen und Herren der Jury erkennen, dass sie für diese 3 oder vier Tage nicht der Mittelpunkt der Welt sind, nicht einmal der literarischen, dann ist auch viel gewonnen. Aber das liegt überwiegend an der Auswahl der Juroren.

 

Hans Bäck





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