02. 10. 2016 - Geheimakte Tripolis

Matthias Mander

„Geheimakte Tripolis“

Ein neues Theaterstück unseres Kollegen Matthias Mander!

Die Freie Bühne Wieden bringt das neue Stück von Mander auf jene Bretter, welche die Welt bedeuten.

Wer die Bücher von Mander gelesen hat, der weiß, da ist immer knochenharte Recherche dahinter, da sind zeit- und wirtschaftsgeschichtliche Ereignisse der jüngeren österreichischen Vergangenheit aufgearbeitet. Und das alles in einer glasklaren Sprache, in einem Kontext, der bisher von der Literatur vernachlässigt wurde: Kostenrechnungslehre, Liquiditätsrechnungen, Betriebsmittelkredite, ...

 

Die renommierten Taborwerke stehen vor einer schwierigen Entscheidung. Sollen sie – wie von der Eigentümerbank gefordert – neue Wege gehen und sich branchenfremden Aufgaben zuwenden, um ihre Umsätze zu steigern?

Wofür werden diese neuen Produkte verwendet?

Wohin genau verschickt?

Und zu welchem Zweck?

Verlockender Profit steht legistisch undurchsichtigen Bedingungen gegenüber…

Gelingt es einem langjährigen Mitarbeiter die Hintergründe aufzudecken, die weit in die internationale Politik hineinreichen?

 

Ein Wirtschaftskrimi, der Erinnerungen an den seinerzeitigen Noricumskandal weckt, inszeniert von Michaela Ehrenstein, zu sehen vom Dienstag, 11. Oktober bis einschließlich 29. Oktober (Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag, Samstag) um 19h30 in der

Freien Bühne Wieden

1040 Wien, Wiedner Hauptstraße 60b

Mitwirkende: Gerhard Dorfer, Klaus Haberl, Anita Kolbert, Alfons Noventa und Brigitte Quadlbauer.

Kartenreservierungen und Informationen: 0664/372 32 72




02. 08. 2016 - Gusto und Ohrfeigen...

 

It Girl

Na da wäre ich „eingefahren“, nahm ich doch tatsächlich an, das hätte was mit „Informations Technologie“ zu tun! Allenthalben las ich den Begriff, zuletzt im „Falter“ als sich Klaus Nüchtern über die It Girls unter den Autorinnen wichtig machte. Nein, die, nämlich der Klaus Nüchtern und die Autorinnen Vea Kaiser, Valerie Fritsch, Ronja von Rönne, Stefanie Sargnagel und andere haben mit Informationstechnologie nix, aber schon wirklich nix zu tun. Denen so was zu unterstellen, hieße womöglich die Techniker der Informations technology zu kränken. Also, nachschlagen und siehe da: Seit 2009 ist der Begriff im Duden enthalten (!) und bedeutet nix anders als „Damen, die durch ihr häufiges Auftreten in Gesellschaft prominenter Personen (und ihre starke Medienpräsenz) einer breiten Öffentlichkeit bekannt sind“

Na ja, dann kann ich den Ärger der aufgezählten Autorinnen schon verstehen, wenn der Herr Nüchtern meint, dass sie wegen ihrer Medienpräsenz so bekannt sind und damit ausschließt, dass deren literarische Erfolge dafür verantwortlich seien. Noch dazu, wenn Herr Nüchtern fortsetzt, dass andere (auch namentlich genannte Autorinnen) von den Seitenblicken ignoriert würden, dafür deren Literatur „weitaus interessanter als der Kitsch und das selbstverliebte Generationengeraune ihrer bekannteren Kolleginnen“ sei. Na bumm! Wenn das nicht sitzt! Und umgehend kam die Retourkutsche, begleitet vom „hochwichtigen“ Autor Thomas Glavinic – der hat´s ja notwendig! Natürlich der Sexismusrausch der Betroffenen wie er über Nüchtern hereinbrach – schon beachtlich. Da stellt sich wieder einmal die Frage nach der herrschenden Zensur in der Literatur. Was darf man alles NICHT mehr schreiben, ohne sich den Zorn der Feministinnen, Gutmenschinnen, also aller Jedermenschinnen zuzuziehen! Herrgott noch einmal, hatten es da die Alten in der Literatur noch gut, die mussten höchstens aufpassen, dass sie dem Herrscher nicht zu nahe traten, das spielt heute keine Rolle mehr, denen können wir Literaten ans Zeug flicken was und wie viel wir wollen, aber wehe, wenn es gegen die weiblichen Damen ginge! Klaus Nüchtern soll uns ein Beispiel sein, den Zorn der vereinten Autorinnen, welche selbstverliebtes Generationengeraune von sich geben, zu vermeiden. Und wenn ich ihm hundertmal rechtgeben muss: Das Buch von Karin Peschka „Der Watschenmann“ steckt alle Neuerscheinungen von Fritsch, Kaiser, Sargnagel (der sowieso) usw. weit in den Schatten. Womit ich sogleich eine Leseempfehlung abgebe: Karin Peschka „Der Watschenmann“ im Verlag Otto Müller. Ein Buch, das sich schwierig gestaltet am Anfang, aber dann „Fahrt aufnimmt“ und den Leser nicht mehr loslässt. Es geht nicht, dieses Buch in einem Zug durchzulesen, ich musste absetzen, Pausen machen (ein Glas Wein dazwischen trinken – gebe ich gerne zu!!) und dann wieder weiter lesen. Unglaublich, mit welchem Sprachkönnen die Autorin da vorgeht und eine Geschichte schildert, wie wir sie schon hunderte Male glauben gelesen zu haben. Aber nein, es kommt doch immer wieder ganz anders. Der Besatzungsboy, der Kummerl, der Stotterer, ach was, liebe Leser: stürzt euch auf das Buch! Es lohnt und Sie werden dann vielleicht dem Klaus Nüchtern und mir recht geben, das Buch ist weitaus interessanter und literarischer als die ungenannten Bücher der zuvor genannten Autorinnen. Und sexistisch ist das Buch „Der Watschenmann“ auch und die political correctness fehlt auch an allen Ecken und Enden und trotzdem (oder gerade deswegen) ist das Buch ein wahres Lesevergnügen, was ich, abschließend bemerkt, von div. Büchern genannter Autorinnen nicht behaupten will. Aber Gusto und Ohrfeigen ...

 

Hans Bäck




19. 03. 2016 - Leipziger Buchmesse

 

Das REIBEISEN Nr. 32

gesehen beim Stand der österreichischen Kunst-, Kultur- und Autorenverlage in Halle 4 auf der Buchmesse in Leipzig




06. 03. 2016 - Reibeisen 2016

Die Literaturteil-Autorinnen und Autoren des Kulturmagazins

REIBEISEN Nr. 33

Aldrian Anna - Arenz Michael - Andersson Martin- Austin Eva - Bäck Hans - Baier Christian - Barg Ruth - Bastian Margarete- Becker Dirk - Bell Elin - Bitter Claudia - Brunner Helwig - Brunner Karl - Chobot Manfred- Coon Peter- Drucker Wiebke- Davin Michaela- Dürnecker Johanna- Feigl Barbara- Fötsch Luise- Forcher Karl- Gieseler Angelina- Graßmugg Josef- Greller Christl- Großmann Reinhard- Guery Michael- Hadinger Katharina- Hainer Tobias- Hammer Joachim Gunter - Hartmann Jonis - Heumann Margit - Hladicz Mario- Huber-Tyrol C. H.- Kleemann Jörg - Knieps Christian - Kolb Manfred Friedrich - Konttas Simon - Koschak Dietwin - Kramer Isabella - Krassnig Friederike - Kraus Rudolf - Libert Regina- Liebe Pauline- Maier Sepp - Malischnik Eva - Markiewicz Paweł- Matheusch Maria- Mathies Susanne - Matthes Otmar - Mayer König Wolfgang - Mayr Eberhard - Meierhofer Eva - Mitmasser Peter - Mittlinger Karl - Müller Karl Johann - Mylow Daniel - Neuwirth Gabriele - Müller Mathias - Nüchtern Elvira - Oertl Wolfgang - Plepelits Karl - Raho Sebastian - Richter Jannik - Roth Günther - Schoretits Ana - Sarıçiçek Şafak - Seidner Karin - Sovarzo Alisa- Stadthaus Angela - Svoboda Ingrid - Tassati Lisa-Marie - Teichmann Christine- Traar Adi- Vorhauer Klaus Ewald- Watzka Bernd- Weck Dagmar - Witek Johannes - Zausnig Petra - Zobel Pedro

 

Bulgarien

Atanas Daltschew - Jordan Eftimow - Kristin Dimitrowa - Hristo Kazarow- Kiril Kadijski- Roman Kissjow- Iwan Metodiew- Jordan Paleshew- Margarit Shekov- Iwan Zanew- Iwan Teofilow

 

Slowenien

Jerjena Jazernik - Veronika Simoniti - Verena Gotthardt - Tatjana Pregl Kobe- Stanislava Chrobakova Repar- Petra Kolmančič- Lia- Nina Zdouc- Meta Kušar- Klarisa Jovanović- Miriam Drev - Karin Cvetko Vah - Bogomila Kravos - Alenka Rebula - Barbara Simoniti




29. 02. 2016 - Schalttaggedanken

 

Hans Bäck

Über Konsequenz oder dem, was davon übrigbleibt.

Der Untergang des Abendlandes steht zwar seit Jahrzehnten unmittelbar bevor, es gibt aber immer noch Ereignisse, welche das vorhergesagte Ereignis ein wenig hinaus zögern – sollte man meinen. Aber dann spießt es sich wieder irgendwo und das Abendland bleibt doch wieder erhalten. Was ist nicht schon alles vorhergesagt worden, womit der Untergang unausbleiblich scheine – aber siehe da: Das Abendland ist anscheinend doch noch nicht so morbid und nicht so leicht umzubringen. Beispiele gefällig? Aber gerne. Ich schreibe diese Zeilen am Montag, dem 29. Feber, keine Ahnung, wann der 29. Feber wieder auf einen Montag fällt, aber das ist so selten, dass es mich wundert, dass die Untergangspropheten nicht schon längst den Kometen auf die Erde zurasen sehen und sich in die Höhlen zurück gezogen haben. Wie hieß doch der tolle österreichische Wissenschaftler, der uns zur Jahrtausendwende dank eines globalen Computerkollapses den Weltuntergang vorhersagte? Nix mehr zu hören von ihm!

Aber lassen wir das, es gibt ja viel alltäglichere Dinge, die im Allgemeinen den Untergang des Abendlandes nach sich ziehen. Nehmen wir die landauf- landab geführte Diskussion um die Schließung von Post“ämtern“ Kein Mensch kann plausibel erklären, warum es sich dabei unbedingt um ein Post“amt“ handeln muss. Eine x-beliebige Dienststelle täte es ja auch, aber es muss das AMT erhalten bleiben. Vor allem jene, die tagaus tagein kein Post“amt“ mehr kontaktieren, da sie ihre Korrespondenz (fast) ausschließlich über E-Mail oder SMS erledigen, womöglich gar nicht mehr wissen, wie viele Cent (oder sind es gar schon Euro?) das Normalporto beträgt, gerade jene also, die kämpfen für den Erhalt des Post“amtes“. Dabei gibt es genügend Beispiele, wo das „Amt“ geschlossen wurde, irgendwer im Ort übernahm das „Geschäft“ wurde Postpartner und es ging klaglos weiter. Ein wenig erinnert mich das an jene Klagen, die angestimmt wurden, als die letzten Greissler zusperrten. Kaum einer der Klagenden war aber bereit, nicht mehr im Supermarkt am Ortseingang einzukaufen und so dem Greissler das Überleben gesichert hätte.

Warten wir ab, wie die österreichische Welt untergehen wird, wenn wirklich und tatsächlich in allen Lokalen das absolute Rauchverbot umgesetzt wird. Wobei: ich habe nix gegen das Rauchverbot in Lokalen, in anderen Ländern funktioniert das hervorragend, ohne den Wirten den Garaus gemacht zu haben. Nur, in aller Ruhe stelle ich die Frage: Muss sich der Staat wirklich in alles einmischen? Brauchen wir wirklich schon Regelungen für jeden Sch...? Wichtige Regelungen z. B. für die obskuren Finanzprodukte lassen weiterhin auf sich warten, oder die längst überfällige Regelung des Pensionsantrittsalters für Frauen ist wieder auf die lange Bank geschoben. Wohl wissend, dass damit den betroffenen Frauen weiterhin fünf Jahre auf eine Pensionshöhe fehlen, die ihr Alterseinkommen verbessern würde.

Untergangsszenarien für das arme geschundene Abendland gibt es unendlich viele. Konzerte mit anschließender Bewirtung bei einem exzellenten Mahl mit ausgesuchten Weinen - pfui wie übel! Die Musik mit sowas zu verquicken. Aber das bei jeder Vernissage Brötchen gereicht werden und Sekt dazu, so dass der arme Besucher einer derartigen Veranstaltung nicht weiß, wie jemand begrüßen: In der einen Hand ein Brötchen, in der anderen ein Sektglas und eine Serviette zwischen den Fingern eingeklemmt und dann soll er dem Maler auch die Hand schütteln – ist doch viel lästiger, als nach einem schönen Konzert, womöglich einer Sonntagsmatinee, zu einem guten Mittagessen geladen zu sein. Oder denken wir nur an Lesungen, die womöglich bei einem Nobelheurigen oder –buschenschank stattfinden. Zwei Tische vom Autor entfernt verstehst man kein Wort der daher gemurmelten Dichtung, da die Gläser und das Besteck der Gäste so einen Lärm machen, dass die schönste Lyrik dabei untergeht. Nein, da lob ich mir die Möglichkeit nach einem Konzert bewirtet zu werden schon mehr. Da kann ich nachklingen lassen, nochmals überdenken was ich gehört, darüber mit meinen Tischpartnern sprechen – einfach eine super Idee und sollte viel stärker angeboten werden. Nicht nur das jämmerliche Getränk in der Konzertpause, wo sich alle an eine Theke stürzen, hinter der heillos überforderte Serviererinnen schauen müssen, wie sie in zwanzig Minuten alle zufriedenstellen.

Man meint, das wären keine Gründe, den Untergang des Abendlandes herbeizujammern? Stimmt, es gibt Ärgeres, Grauslicheres. Schauen wir nur an die Grenzen in Südosteuropa, was sich da abspielt ist wirklich das Ende des Abendlandes. Wie sagte ein syrischer Flüchtling heute im Mittagsjournal des ORF? „Das ist ärger als zuhause in Syrien, wenn ich das geahnt hätte, ...“

Es schaut so aus, als ob das gewollt wäre.

Da sind zugesperrte Post“ämter“ ein Klacks oder Konzertprogramme mit Zusatzangeboten auch kein Grund sich zu ärgern (sondern eher sich zu freuen).

Aber, wie gesagt, ich hab keine Ahnung, wann der 29. Februar wieder auf einen Montag fällt, noch dazu so trübe und regnerisch wie heute, vielleicht drückt das auch auf mein „Gemüt“ und ich bin ein wenig grantig.





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