29. 02. 2016 - Schalttaggedanken

 

Hans Bäck

Über Konsequenz oder dem, was davon übrigbleibt.

Der Untergang des Abendlandes steht zwar seit Jahrzehnten unmittelbar bevor, es gibt aber immer noch Ereignisse, welche das vorhergesagte Ereignis ein wenig hinaus zögern – sollte man meinen. Aber dann spießt es sich wieder irgendwo und das Abendland bleibt doch wieder erhalten. Was ist nicht schon alles vorhergesagt worden, womit der Untergang unausbleiblich scheine – aber siehe da: Das Abendland ist anscheinend doch noch nicht so morbid und nicht so leicht umzubringen. Beispiele gefällig? Aber gerne. Ich schreibe diese Zeilen am Montag, dem 29. Feber, keine Ahnung, wann der 29. Feber wieder auf einen Montag fällt, aber das ist so selten, dass es mich wundert, dass die Untergangspropheten nicht schon längst den Kometen auf die Erde zurasen sehen und sich in die Höhlen zurück gezogen haben. Wie hieß doch der tolle österreichische Wissenschaftler, der uns zur Jahrtausendwende dank eines globalen Computerkollapses den Weltuntergang vorhersagte? Nix mehr zu hören von ihm!

Aber lassen wir das, es gibt ja viel alltäglichere Dinge, die im Allgemeinen den Untergang des Abendlandes nach sich ziehen. Nehmen wir die landauf- landab geführte Diskussion um die Schließung von Post“ämtern“ Kein Mensch kann plausibel erklären, warum es sich dabei unbedingt um ein Post“amt“ handeln muss. Eine x-beliebige Dienststelle täte es ja auch, aber es muss das AMT erhalten bleiben. Vor allem jene, die tagaus tagein kein Post“amt“ mehr kontaktieren, da sie ihre Korrespondenz (fast) ausschließlich über E-Mail oder SMS erledigen, womöglich gar nicht mehr wissen, wie viele Cent (oder sind es gar schon Euro?) das Normalporto beträgt, gerade jene also, die kämpfen für den Erhalt des Post“amtes“. Dabei gibt es genügend Beispiele, wo das „Amt“ geschlossen wurde, irgendwer im Ort übernahm das „Geschäft“ wurde Postpartner und es ging klaglos weiter. Ein wenig erinnert mich das an jene Klagen, die angestimmt wurden, als die letzten Greissler zusperrten. Kaum einer der Klagenden war aber bereit, nicht mehr im Supermarkt am Ortseingang einzukaufen und so dem Greissler das Überleben gesichert hätte.

Warten wir ab, wie die österreichische Welt untergehen wird, wenn wirklich und tatsächlich in allen Lokalen das absolute Rauchverbot umgesetzt wird. Wobei: ich habe nix gegen das Rauchverbot in Lokalen, in anderen Ländern funktioniert das hervorragend, ohne den Wirten den Garaus gemacht zu haben. Nur, in aller Ruhe stelle ich die Frage: Muss sich der Staat wirklich in alles einmischen? Brauchen wir wirklich schon Regelungen für jeden Sch...? Wichtige Regelungen z. B. für die obskuren Finanzprodukte lassen weiterhin auf sich warten, oder die längst überfällige Regelung des Pensionsantrittsalters für Frauen ist wieder auf die lange Bank geschoben. Wohl wissend, dass damit den betroffenen Frauen weiterhin fünf Jahre auf eine Pensionshöhe fehlen, die ihr Alterseinkommen verbessern würde.

Untergangsszenarien für das arme geschundene Abendland gibt es unendlich viele. Konzerte mit anschließender Bewirtung bei einem exzellenten Mahl mit ausgesuchten Weinen - pfui wie übel! Die Musik mit sowas zu verquicken. Aber das bei jeder Vernissage Brötchen gereicht werden und Sekt dazu, so dass der arme Besucher einer derartigen Veranstaltung nicht weiß, wie jemand begrüßen: In der einen Hand ein Brötchen, in der anderen ein Sektglas und eine Serviette zwischen den Fingern eingeklemmt und dann soll er dem Maler auch die Hand schütteln – ist doch viel lästiger, als nach einem schönen Konzert, womöglich einer Sonntagsmatinee, zu einem guten Mittagessen geladen zu sein. Oder denken wir nur an Lesungen, die womöglich bei einem Nobelheurigen oder –buschenschank stattfinden. Zwei Tische vom Autor entfernt verstehst man kein Wort der daher gemurmelten Dichtung, da die Gläser und das Besteck der Gäste so einen Lärm machen, dass die schönste Lyrik dabei untergeht. Nein, da lob ich mir die Möglichkeit nach einem Konzert bewirtet zu werden schon mehr. Da kann ich nachklingen lassen, nochmals überdenken was ich gehört, darüber mit meinen Tischpartnern sprechen – einfach eine super Idee und sollte viel stärker angeboten werden. Nicht nur das jämmerliche Getränk in der Konzertpause, wo sich alle an eine Theke stürzen, hinter der heillos überforderte Serviererinnen schauen müssen, wie sie in zwanzig Minuten alle zufriedenstellen.

Man meint, das wären keine Gründe, den Untergang des Abendlandes herbeizujammern? Stimmt, es gibt Ärgeres, Grauslicheres. Schauen wir nur an die Grenzen in Südosteuropa, was sich da abspielt ist wirklich das Ende des Abendlandes. Wie sagte ein syrischer Flüchtling heute im Mittagsjournal des ORF? „Das ist ärger als zuhause in Syrien, wenn ich das geahnt hätte, ...“

Es schaut so aus, als ob das gewollt wäre.

Da sind zugesperrte Post“ämter“ ein Klacks oder Konzertprogramme mit Zusatzangeboten auch kein Grund sich zu ärgern (sondern eher sich zu freuen).

Aber, wie gesagt, ich hab keine Ahnung, wann der 29. Februar wieder auf einen Montag fällt, noch dazu so trübe und regnerisch wie heute, vielleicht drückt das auch auf mein „Gemüt“ und ich bin ein wenig grantig.




26. 10. 2015 - Tonträger

CD - Aufnahme

Die Arbeiten an der CD "Stille Gedanken zum Advent" - eine Gemeinschaftsproduktion der "Klarinettenmusik Trafella" und dem "Europa-Literaturkreis Kapfenberg" - gehen ins Finale.

Die Text- und Musikaufnahmen im KOLLERSOUND-Studio sind abgeschlossen.

      

 

   

 

  

  




24. 10. 2015 - Wels ruft!

Welser Stadtschreiber/Stadtschreiberin 2016

1. April – 30. Juni 2016

oder

1. September – 30. November 2016

(Ein anderer Zeitraum ist nach Vereinbarung möglich)

Im Zuge der Welser Innenstadtagenda 21 wird für 2016 zum dritten mal ein/eine

Stadtschreiber/Stadtschreiberin für Wels gesucht.

Das zwei- bis maximal dreimonatige Stipendium richtet sich an Literaten/Literatinnen ohne

Altersbeschränkung.

Im Rahmen dieses Stipendiums wird eine Unterkunft in Wels zur Verfügung gestellt. Die

Höhe des Stipendiums beträgt pro Monat Euro 1.100,--.

Mit der Ausschreibung ist das Ziel verbunden Literaten/Literatinnen zu fördern, die

- in Ihrer Arbeit über einen großen Gegenwartsbezug verfügen,

- künstlerische Eigenständigkeit aufweisen,

- bereit sind in Austausch mit der Welser Bevölkerung zu treten.

 

Kriterien:

- Grundkenntnisse der deutschen Sprache erwünscht

- mindestens eine selbstständige literarische Publikation (nicht im Eigenverlag)

oder fünf unselbstständige Publikationen in Zeitschriften oder Anthologien.

- Bereitschaft, sich auf einen Dialog in Wels einzulassen

- Bereitschaft zu Lesungen, Schulbesuchen, Diskussionen.

- Bekanntgabe einer konkreten Projektidee, an der während des Aufenthaltes

gearbeitet werden soll.

 

Unterlagen für die Einreichung:

- Lebenslauf

- Angaben zum literarischen Werdegang

- 2 Publikationsbeispiele (max. 10 Seiten pro Textprobe, keine Büchersendungen)

- Skizzierung des Projektvorhabens für den Aufenthalt (max. 2 Seiten)

 

Auswahl:

Die Auswahl trifft eine dreiköpfige Jury im Jänner 2016

 

Einreichschluss:

14. Dezember 2015

Die Einreichungen richten Sie bitte ausschließlich auf dem Postweg an

Stadt Wels

Dienstelle Kulturaktivitäten

Minoritengasse 5

4600 Wels

 

Kontakt:

Stadt Wels

Dienststelle Kulturaktivitäten

Herr Rudolf Stögermüller

Minoritengasse 5

4600 Wels

Tel.: +43-(0)7242-6680

Email: ka@wels.gv.at




17. 09. 2015 - Lesetour

Hans Bäck auf Lesereise in Polen und Deutschland

Die ersten Medienberichte:

 


 




05. 07. 2015 - Ingeborg Bachmann Preis

Tage der deutschsprachigen Literatur 2015 - eine Nachlese von Hans Bäck

Das war es wieder einmal!

Nicht einmal die glühende Sommerhitze konnte die Autoren – nun ja für die ging es ja um Einiges – noch die Juroren – die bekamen immerhin  bezahlt dafür – und auch nicht das Publikum abhalten im ORF Gelände in Klagenfurt auszuharren. Sicher, das Theater war „gut gekühlt“ (Energiesparmaßnahmen würden nahelegen, die Tage der Deutschsprachigen Literatur in eine andere Jahreszeit zu verlegen), im Garten des ORF Klagenfurt gab es genügend Schatten und Getränke, und die gebotene Literatur war nicht gerade die Schlechteste. Obwohl und da beginnt die jährliche Krux des akkreditierten Teilnehmers, ja obwohl manche Juroren bei der Auswahl der von ihnen nominierten Autoren mehr Sorgfalt und Fingerspitzengefühl hätten walten lassen können. Aber, natürlich die Jury, das ist das jährliche Fest der Alphatierchen, m oder f spielt dabei keine Rolle, ebenso wenig wie Blond oder grau oder unbehaart. Biedere Kritiker, Mitarbeiter irgendwelcher Wochenendbeilagen in mehr oder weniger renommierten Zeitungen und Zeitschriften dürfen nun einige Tage lang in der Welt der Literatur der Nabel dieser Welt sein. Es wäre bei der Juryzusammensetzung darauf zu achten, welcher Juror es regelmäßig nicht schafft, seine Kandidaten auf die Shortlist zu bringen. Befindlichkeiten haben da keine Rolle zu spielen – sollte man meinen. Was hat es für einen Sinn eine junge Frau ihn den Bewerb zu hetzen, wo jeder Leser des Textes sofort feststellt: Nein, das ist einfach nichts. Vielleicht, weil diese Kandidatin im Vorfeld durch antifeministische Äußerungen aufgefallen ist und der Vorschlagende dachte, damit ein Skandälchen zu produzieren? Hier wurde ein junge Autorin verheizt, anstelle sie zu begleiten und zu führen, sie so ins kalte Wasser zu schmeißen, das grenzt an Fahrlässigkeit, lieber Hubert Winkels. Übrigens, der neue Vorsitzende der Jury! Ich weine Burghardt Spinnen keine Träne nach, aber die Ausbootung von Daniela Strigl hat sich bitter gerächt! Ein Juryvorsitzender wird nicht besser, wenn er unbedingt mit erhobenem Zeigefinger – sowohl wörtlich als auch bildlich – auf seine Kollegen und das Publikum einredet. Dabei meist am Text vorbeigeht und sich in Allerweltsfloskeln und germanistischen Lehrsätzen verliert. Und dann die blonde Möchtegern–Vorsitzende der Jury, gut dass sie das nicht geworden ist. Meike Feßmann reihte sich nahtlos in ihre wenig berauschenden Beiträge der Vorjahre ein. Wenn sie einmal pointiert sein wollte, geriet es fast zur Peinlichkeit. Texte zu beurteilen beinhaltet natürlich auch einmal ein negatives Urteil. Es ist gut, wenn nicht alles immer Wonne und Grießschmarrn ist. Eine Ablehnung eines Autors (und dessen Textes) sollte schon fundiert begründet werden. Banal ist eine Aussage, aber warum der Text so banal gesehen wurde, was daran das Banale war, das wäre interessant gewesen zu erfahren, umsomehr die übrigen Juroren in diesem Falle keinesfalls der selben Meinung waren. Klaus Kastberger bemühte sich Vergleiche, Bilder heranzuziehen, die seine gewürzten Beiträge unterstreichen sollten, durchaus mit Erfolg. So ein wenig Pfeffer in den Jurybeiträgen, das gehört einfach dazu und macht die Veranstaltung spannend und lebendig und könnte auch ein Argument für weitere TV-Liveübertragungen sein.

Das Procedere der Preisfindung wurde diesmal etwas geändert, um jenen Autoren, die bei der Abstimmung „knapp durchgefallen“ sind, in der nächsten Runde einen Startvorteil zu geben. Leider, bei der immer wieder genannten Teresa Präauer ging dies voll daneben. Bei jedem Durchgang war sie dabei, im Stechen fiel sie wieder durch. Schade eigentlich, denn genau der Text hätte viel Potenzial gehabt und wäre durchaus preiswürdig gewesen. Womit nicht gesagt ist, dass die Preisträger nicht preiswürdig gewesen sind, im Gegenteil, jede Einzelne hat ihren Preis verdient. Man könnte vielleicht insoferne einen Ausgleich schaffen, dass der Publikumspreis, der über Internetabstimmung vergeben wird, zuerst genannt wird und der Preisträger/die Preisträgerin aus den weiteren Wertungen dann ausfällt. Nicht zu beneiden war Hildegard E. Keller, die ihre beiden Kandidaten auf die Shortlist brachte und dann die Qual der Wahl hatte und sich für eine entscheiden musste. Da aber Dana Grigorcea „erst“ im dritten Durchgang zum Zuge kam, blieb Monique Schwitter der Trost, gleich oft wie Teresa Präauer genannt zu werden, während die Preise andere bekamen. Es bleibt nur zu hoffen, dass sich die Literaturveranstalter die Sendungen gut angesehen haben und die Marketingabteilungen der Verlage die beiden Damen trotzdem pushen und fördern. Das sind gleichwertige Nicht-Preisträger, denen die Tücke der „Geschäftsordnung“ einen Streich spielte.

Noch ein Wort zu jenen, die es nicht auf die Shortlist schafften. Wie schon erwähnt, meiner Meinung nach ein Fehler des Jurors, der ja die Autoren vorzuschlagen hat und daher auch die Texte kennt. Es ist mir unverständlich, wie es manchen Beiträgen überhaupt gelang, dass sie in Klagenfurt zum Vortrag kamen. Wenn ich da an unsere Juroren des „Reibeisen“ denke, die hätten keine Chance gehabt, jeweils nur in die Nähe einer Aufnahme zu kommen! Es ist natürlich eine Heidenarbeit in der Vorbereitung auf den Bewerb hunderte Texte zu lesen und zu beurteilen, aber es wird ja auch honoriert (im Unterschied zu unseren Reibeisenjuroren, denen wir nichts bezahlen, ihnen keinen Aufenthalt über eine Woche in Kapfenberg – ohne Wörthersee – bieten können). Jeder Autor darf auch einmal einen Text schreiben und auch abliefern, der nicht so hundertprozentig gelungen ist, aber wenn dann ein „ausgewiesener Literaturkritiker“ sein ok dazu gibt und im Bewerb dann umfallen muss, weil die Mitkollegen, mit Recht kein gutes Haar daran lassen, sollte dasBerufsethos den/die Juror/Jurorin von sich aus dazu bringen, im kommenden Jahr in Frankfurt oder Berlin zu bleiben.





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